Laufenburg-Sulz
Wegen Fusion flattern Stromrechnungen später ins Haus

In den Gemeinden Laufenburg und Sulz landen die Stromrechnungen später als normal in den Briefkästen. Unterschiedliche Verrechnungssysteme führten zu einer Verzögerung.

Susanne Hörth
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In Laufenburg fehlt es nicht an Strom, aber an Rechnungen. WS

In Laufenburg fehlt es nicht an Strom, aber an Rechnungen. WS

bz Basellandschaftliche Zeitung

«Ich habe seit einem Jahr keine Rechnung fürs Elektrische erhalten», so ein Laufenburger kürzlich. Sie auch nicht, sagt eine Frau aus dem Ortsteil Sulz. «Da summiert sich ein ganz schönes Sümmchen. Fehlt das denn nicht in der Gemeindekasse?»

Das Fehlen macht sich aber auch auf der Seite der Zahlungspflichtigen bemerkbar. Um als Firma das Rechnungsjahr 2010 abschliessen zu können, müssen sämtliche Ein- und Ausgaben bekannt sein. Zu den Ausgaben zählen auch Strom, Wasser und Abwasser.

So hat beispielsweise die Bäckerei Maier bereits vor drei Wochen bei der Finanzverwaltung nach den fehlenden Gebührenrechnungen gefragt. Bis heute ist beim Unternehmen noch keine Rechnung eingetroffen.

Was sind die Gründe? Seit dem 1.Januar 2010 bestreiten Laufenburg und Sulz die Zukunft als vereinte Gemeinde. Das schliesst auch die Zusammenführung der Eigenwirtschaftsbetriebe ein. Und dies hat letztlich zur Verzögerung bei den Rechnungsausstellungen geführt.

Systemtechnische Gründe

Herbert Weiss, Vizeammann von Laufenburg und Ressort-Zuständiger, erklärt gegenüber der az Aargauer Zeitung: «Leider konnten aus systemtechnischen Gründen schon keine A-Konto-Rechnungen erstellt und verschickt werden. Die Fakturierung der Jahresendrechnung hat sich leider ebenfalls verzögert.»

Wie er weiter ausführt, seien erste Rechnungen jedoch bereits schon in Januar 2011 verschickt worden. «Gemäss Planung unserer Finanzverwalter sollten die letzten Rechnungen in den nächsten zwei Wochen verschickt werden.»

Mit dieser Post erhalten die Empfänger nebst zwei Gebührenrechnungen für das Jahr 2010 auch noch ein erklärendes Schreiben für die verspätete Zustellung.

Unterschiedliche EDV-Anlagen

Bis zur Fusion arbeiteten Laufenburg und Sulz mit unterschiedlichen EDV-Anlagen. «Ein Zusammenführen von unterschiedlichen Daten und Datenstämmen hat immer einen grossen Zeit- und Arbeitsaufwand zur Folge, und dies auch bei uns», so Herbert Weiss.

Laufenburg hat mit dem neuen EDV-System zugleich als Pilotbetrieb beim neuen Rechnungsmodell des Kantons mitgemacht. Das habe zu zusätzlichem Arbeitsaufwand geführt. «Ich bin überzeugt, dass unsere beiden Finanzverwalter beste und effiziente Arbeit geleistet haben und alles daransetzen und setzen werden, dass möglichst rasch alles wieder in den normalen Rhythmus gelangt», betont der Laufenburger Vizeammann.

Künftige Fakturierung

Die Jahresschlussrechnung wird in Laufenburg auch in Zukunft jeweils im Januar/Februar des Folgejahres verschickt. Die Abrechnung ist jeweils auf Ende des Kalenderjahres terminiert, als Grundlage dienen die Zählerstände Ende Jahr, schreibt die Finanzverwaltung in ihrer Erklärung. Mitte Jahr werden für Strom, Wasser und Abwasser Akontorechnungen gestellt, die Kehrichtgebühr für das erste Halbjahr wird definitiv abgerechnet.