Fricktal
Wegen dem deutschen Netz: Wer an der Grenze nicht aufpasst, riskiert hohe Kosten

Schweizer Mobilfunkanbieter haben nahe der Grenze mit den starken deutschen Netzwerken zu kämpfen.

Rael Probst
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Wer an der Grenze wohnt, sollte das Datenroaming ausschalten.archiv

Wer an der Grenze wohnt, sollte das Datenroaming ausschalten.archiv

Wallter Schwager

Grenznahes Wohnen bringt Vorteile mit sich. Wenn die Handyrechnung aber ständig den Rahmen sprengt, wünscht sich so mancher Bewohner von Laufenburg, Rheinfelden oder Schwaderloch die Landesgrenze ganz weit weg. Das Handy-Abonnement bei Sunrise, Swisscom oder Salt, das Display zeigt Vodafone, dann Telekom.

Wieso? «Die Strahlungsintensität in Deutschland ist wesentlich stärker; deutsche Mobilfunkantennen senden weiter. Der Grenzwert für nicht ionisierte Strahlung (NIS) liegt im deutschen Gesetz zehnmal höher als bei uns», erklärt die Pressestelle von Salt.

Datenroaming ausschalten, lautet hier die Lösung. Swisscom steht in regelmässigem Austausch mit den ausländischen Anbietern: «Wir versuchen, die Einschränkungen für unsere Kunden zu minimieren. Eine schwierige Aufgabe, weil jeder Anbieter für Kunden die beste Versorgung anstrebt. Auch in grenznahen Gebieten», so Swisscom-Mediensprecherin Sabrina Hubacher.

Bei Salt kam es im vergangenen Jahr zu keiner Verbesserung der Netzfrequenz in der Region Fricktal. Die Mediensprecherin: «Salt sucht aber insbesondere in Gansingen, Sulz und Kaisten nach Antennenstandorten.» Standorte für Mobilfunkantennen zu finden, sei gesamtschweizerisch betrachtet eher schwierig.

Sunrise plant dennoch insgesamt tausend zusätzliche 4G-Anlagen bis Ende 2016. Davon können Kunden künftig profitieren. Sunrise-Mediensprecher Rolf Ziebold rät den Kunden zusätzlich: «Den Netzbetreiber auf ‹manuell› zu stellen, verhindert auch nahe der Grenze ein automatisches Wechseln ins deutsche Netz.»

Swisscom baut jährlich bis zu 300 neue Antennen, im Fricktal hat der Anbieter dieses Jahr zwölf Optimierungen bestehender Mobilfunkanlagen vorgenommen. «Bestehende Anlagen wurden auf den neusten Stand gebracht, Abdeckung und Kapazität können so verbessert werden», so Hubacher.

Funklöcher der Region

Wer wissen will, welcher Anbieter sich für den eigenen Wohnort am besten eignet, findet alle drei Netzabdeckungskarten im Internet: Schlechten Empfang gibt es bei Salt vor allem im Mettauertal.

Bei Salt sieht es aber auch in etlichen anderen Gemeinden nach langsamer Verbindung aus. Salt betont: «Wir investieren laufend in den Ausbau unseres Netzes.» Bei Sunrise ist Schwaderloch das Problemkind und bei Swisscom stechen auf der Netzkarte mehrere kleine Flecken zwischen den Ortschaften ins Auge.

Alle drei Anbieter betonen, dass die Netzabdeckungskarte im Internet zwar relativ präzise sei, dass der tatsächliche Netzempfang vor Ort aber variieren kann, je nach Baubeschaffenheit von Gebäuden. Das heisst für Kunden: Am besten selbst testen.