Sommersaison

Wegen Coronakrise: Die Badi-Saison im Aargau steht auf der Kippe – Kurzarbeit für das Personal

Willy Vogt, Geschäftsführer des Freizeitcenters Kuba in Rheinfelden, steht vor einer schwierigen Freibad-Saison.

Willy Vogt, Geschäftsführer des Freizeitcenters Kuba in Rheinfelden, steht vor einer schwierigen Freibad-Saison.

Badi-Betreiber setzen die Vorbereitungsarbeiten für die Sommersaison in Stand-by-Modus – das Personal ist teilweise auf Kurzarbeit.

Ein azurblauer Himmel, die ­Vögel zwitschern und die ­Aprilsonne strahlt – rein meteorologisch scheint dieser Tage schon alles angerichtet für die Freibadsaison, die für gewöhnlich vielerorts in wenigen Wochen startet. Doch daraus wird nichts. Nach der Medienkonferenz des Bundesrates von Donnerstag ist klar, dass der Start der Freibadsaison corona-­bedingt ins Wasser fällt und dass es darüber hinaus unklar ist, ob die Badis diesen Sommer überhaupt aufgehen werden.

Willy Vogt, Geschäftsführer des Freizeitcenters Kuba in Rheinfelden, hat die Medienkonferenz mit Spannung verfolgt. Bis vor kurzem arbeitete das achtköpfige Team daran, das Strandbad für die auf den 16. Mai geplante Eröffnung startklar zu machen. «In den nächsten Tagen hätte die Reinigung der Chromstahl-Becken angestanden», sagt Vogt, der nun jedoch Kurzarbeit für die Angestellten anmelden wird, weil die Vorbereitungen vorerst ruhen.

Die Betriebskommission des Regibads Zurzach rechnet damit, dass man die Tore frühestens im Juni öffnen kann. Dies hätte eigentlich schon am 1. April der Fall sein sollen. Kurzarbeit habe man auch hier angemeldet, wie Simon Gisin von der Betriebskommission sagt. «Die Aushilfsbadmeister, Schwimmschullehrer und Kassierer haben derzeit leider keine Arbeit.»

Arbeiten vorziehen, um für Beschäftigung zu sorgen

Hingegen kann das Badipersonal im Vitamare Freizeitzentrum in Frick zum Teil für Unterhaltsarbeiten am Gebäude und im Technikbereich im Hallenbad eingesetzt werden, so Gemeindeschreiber Michael Widmer. «Ausserdem prüfen wir, ob Revisionsarbeiten im Hallenbad, die üblicherweise im Juni oder August erfolgen, vorgezogen werden können.»

Derzeit brüten viele Badbetreiber und Kommissionen an einer Strategie, wie sie ihre Bäder vor dem Hintergrund der Coronakrise unterhalten sollen. Für Beat Neuenschwander, Stadtschreiber von Bremgarten, ist klar, dass man auch im geschlossenen Bad die Wasserqualität so gut als möglich hoch halten müsse, «damit nach einem allfälligen Ad-hoc-Beschluss des Bundesrates das Bad innert 24 Stunden für das Publikum geöffnet werden kann». Deswegen würden die Becken bis Ende Mai auch gereinigt, mit Frischwasser gefüllt und mit Solarenergie über einen Zeitraum von vier Tagen auf Temperatur gebracht.

Auch Willy Vogt macht sich Gedanken. Für ihn ist klar, dass die Gäste nur wenig Verständnis dafür hätten, wenn sie bei 30 Grad vor einem verschlossenen Eingang stünden, weil man nach einem Per-sofort-Beschluss durch den Bundesrat mit den Vorbereitungen hinterherhinke. Auch etwaige Auflagen, die mit einer Öffnung einhergehen, beschäftigen Vogt. «Wir müssen die Angestellten und die Gäste schützen.» Das Rheinfelder Strandbad verzeichnet an Spitzentagen über 3000 Besucher. «Da ist es mit dem Abstandhalten schwierig», so Vogt. Hierzu sagt etwa Marco Wächter, Gemeindeschreiber von Windisch, dass ein begrenzter Einlass in das Freibad Heumatten – je nach Szenario, das der Bundesrat für eine Öffnung vorsehe – durchaus eine Option sei.

Klar ist für die Badbetreiber bereits jetzt, dass sich das Defizit der Anlagen diesen Sommer zusätzlich erhöhen wird. «Bei einem Ausfall der Sommersaison würden der Gemeinde Windisch budgetierte Einnahmen von rund 160000 Franken fehlen», sagt Wächter. Hingegen bleiben die Fixkosten für Strom, Wasser, Versicherungsprämien und den Unterhalt bestehen. So hofft denn auch nicht nur die Gemeinde Windisch, dass der Bevölkerung der Sprung ins kühle Nass diesen Sommer nicht komplett verwehrt bleibt.

Autor

Dennis Kalt

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