Fürchterlicher Gestank machte Anwohner auf den Zwischenfall aufmerksam. «Gegen 20 Uhr wurde ich alarmiert», erzählt Bachpächter Rolf Bürgi. Bei der Reviergrenze bei der Dorfbrücke in Zeiningen wurde Abwasser in den Möhlinbach geleitet. Die aufgebotenen Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei stellten fest, dass das ungeklärte Abwasser samt Fäkalien und anderen Feststoffen wie Toilettenpapier über den Regenwasser-Entlastungseinlauf den Weg in den Bach fand.

Ein Vierkantholz hatte sich bei einer Leitung im Bereich des Regenentlastungsbeckens verklemmt und für eine Verstopfung gesorgt. Die Leitung überlief, das Abwasser verschmutzte den Bach Wie sich das Kantholz verklemmen konnte, ist noch unklar.

Hydrantenwasser zugeführt

Neben der Kantonspolizei standen 15 Feuerwehrleute und die Abteilung für Umwelt im Einsatz. Die Vorgehensweise der Feuerwehr vor Ort erklärte der Kommandant auf Anfrage wie folgt: «Wir haben dem Bach Wasser aus dem Hydrantennetz zugeführt und damit die Fäkalienkonzentration verringert.» Das Abwasser sei mit einer Temperatur von rund 20 Grad deutlich wärmer gewesen als das Bachwasser, führte Bürgi aus.

«Dramatisches Fischsterben»

Dennoch hat Rolf Bürgi bereits rund drei Dutzend Bachforellen gefunden, die aus Sauerstoffmangel verendet sind. Das warme Wasser und die Papierfasern im Abwasser haben die Atmung zu stark beeinträchtigt und schliesslich zum Tod geführt. «Wir müssen aber noch mit einer Dunkelziffer rechnen. Es kann durchaus sein, dass sich die Zahl der toten Bachforellen noch verdoppelt.»

Was noch schwerer wiegt: Letzte Woche wurden rund 6000 Junglachse im Möhlinbach ausgesetzt. Diejenigen, die zwischen Zeiningen und Möhlin ausgesetzt wurden, dürften alle verendet sein. Überhaupt sei das Fischsterben im Abschnitt von der Dorfbrücke Zeiningen bis zum Zeininger Wuhr «dramatisch», so Bürgi. «Der ganze Abschnitt ist ausgestorben.»

Weiter unten wurden dagegen bislang nur vereinzelte tote Fische gefunden. Doch Bürgi sieht noch eine weitere Gefahr. «Es hat sich aus den Papierfetzen Schlick gebildet, der bis zu 20 Zentimeter dick ist. Wird dieser Schlick durch den Regen aufgewirbelt, könnten noch weitere Fische verenden.» Für ihn ist schon jetzt klar, dass im genannten Abschnitt ein Einsetzen von Bachforellen nötig sein wird.