Das Ziel von George Winet ist klar: «Wir möchten keinen Entsorgungsbetrieb mehr mitten im Dorf», sagt der Hornusser Gemeindeammann. Um dieses Ziel zu erreichen, bietet sich «eine historisch einmalige Gelegenheit», wie es in der Vorlage zur Gemeindeversammlung heisst. Denn: Die Firma Klein AG befindet sich im Konkursverfahren.

Der Gemeinderat möchte nun aus der Konkursmasse nach Möglichkeit das gesamte Areal der ehemaligen Klein AG erwerben – und beantragt dafür am 24. Juni einen Kredit in der Höhe von maximal zwei Millionen Franken. Gründe dafür gibt es mehrere. Allen Beteiligten sei seit längerem bewusst, dass die Lage eines Betriebs mit viel Lastwagen-Verkehr direkt bei der Schule alles andere als ideal sei, heisst es in der Vorlage. Weiter gehört die Parzelle der Klein AG zur Gewerbezone, wo laut Hornusser Bau- und Nutzungsordnung (BNO) «höchstens mässig störende Gewerbebetriebe» erlaubt sind.

«Betriebe, die ein hohes Mass an quartierfremdem Verkehr verursachen, gelten nicht als mässig störend», heisst es in der BNO weiter. «Ein solcher Betrieb an dieser Lage ist nicht zonenkonform», so der Gemeindeammann. Die Klein AG sei an dieser Stelle gewachsen, aber der Gemeinderat habe sich bereits vor dem Konkursverfahren Gedanken gemacht, wie man den Betrieb auslagern könnte.

Fahrverbot für Lastwagen

Weiter will die Gemeinde eine Verkehrsbeschränkung für die Schulstrasse einführen. Künftig soll ein Fahrverbot für Fahrzeuge über 5,5 Tonnen herrschen. Ausgenommen werden Fahrzeuge mit schriftlicher Ausnahmebewilligung für Einzelfahrten. Gegen die Beschränkung können noch bis zum 13. Juni Einsprachen eingereicht werden.

Als weiteres Argument führt der Gemeinderat die zukünftige Entwicklung des Dorfes an. Wenn die Schulstrasse entlastet werde, wirke sich das auch auf die geplante Erschliessung des Mülibergs und den späteren Verkauf von Baulandparzellen aus, heisst es in der Vorlage. «Mit dem Kauf der Parzelle könnten wir die Entwicklung von Hornussen verbessern und lenken», ist Winet überzeugt.

Was mit dem Areal dereinst geschehen soll, ist laut einer gestern Nachmittag verschickten Pressemitteilung noch völlig offen. Eine eigene Bewirtschaftung des Areals sei aber nicht vorgesehen. Dadurch müsste zwar die Entsorgung im Dorf neu organisiert werden, aber: «Diesen Mehraufwand erachtet der Gemeinderat gegenüber der Wertsteigerung des Areals, der Umgebung und der Lebens- und Wohnqualität als weitaus weniger schlimm.»

Zu den möglichen Kosten – zum Kaufpreis kämen wohl auch noch Instandstellungskosten für Strassen und Anlagen hinzu –  heisst es, sie seien «nicht einfach zu stemmen», jedoch im Sinne der Sache tragbar.

Allerdings bedeutet ein Ja zum Kredit an der Gmeind nicht zwingend den Kauf der Parzelle. «Grundsätzlich werden in einem Konkursverfahren Grundstücke und Liegenschaften an den Meistbietenden verkauft», sagt Christoph Fuhrer, Amtsstellenleiter der Amtsstelle Brugg des Konkursamts Aargau, das auch für den Bezirk Laufenburg zuständig ist. Derzeit laufe noch die Eingabefrist für Forderungen. «Ein Verkauf der Parzelle noch in diesem Jahr ist aufgrund der Verfahrensgrösse und Komplexität eher unwahrscheinlich», so Fuhrer.

Seit Beginn des Konkursverfahrens hat die Waser AG mit Sitz in Birsfelden den Kundenstamm der Klein AG übernommen und führt die Geschäfte. Anfang April gab sie bekannt, dass das Entsorgungscenter in Hornussen weiter betrieben wird. Da der Geschäftsführer derzeit im Ausland weilt, war er gestern für eine Stellungnahme zu den aktuellen Entwicklungen nicht erreichbar.