1. Warum muss das Altstadtkonzept Laufenburg jetzt auch noch an die Urne?

Bereits am 27. November 2015 hat die Gemeindeversammlung Ja zum Altstadtkonzept gesagt. Die damit verbundene Kompetenzerteilung an den Gemeinderat betreffend Grundstückerwerb muss in der Gemeindeordnung ergänzt werden. Änderungen der Gemeindeordnung unterstehen immer dem obligatorischen Referendum. Erst wenn das Stimmvolk auch an der Urne dem Vorhaben seine Genehmigung erteilt, kann der Gemeinderat das Altstadtkonzept umsetzen.

2. Geht der Gemeinderat auf Einkaufstour, damit der Stadt künftig noch mehr Liegenschaften gehören?

Teilweise, aber nur mit dem klaren Ziel, durch die erworbenen, sanierten und ausgebauten Liegenschaften neue Einnahmequellen (Mieten) für die Gemeinde zu erschliessen. Mit seinem Vorhaben will der Gemeinderat ausserdem in der Altstadt das gemischte Wohnen fördern. Er möchte für Singles, Doppelverdiener, Familien mit Kindern und Senioren attraktive Wohngelegenheiten schaffen. Dafür soll das vorliegende Konzept «kaufen-sanieren-vermieten» umgesetzt werden. Weiter soll das gemeinderätliche Konzept eine Motivation für private Investoren sein, ebenfalls etwas in der Altstadt zu bewirken. Die Gemeinde lässt privaten Investoren den Vortritt.

3. Bis zu 3,5 Millionen Franken will die Behörde für Kauf und Sanierung einer Altstadtliegenschaft ausgeben. Wie kann das Geld wieder beschafft werden?

Die Gemeinde beschafft die Mittel am Finanzmarkt. Dazu steht sie in Verbindung mit privaten Investoren, Banken und Pensionskassen. Gekaufte und sanierte Liegenschaften gehören zum Finanzvermögen und haben somit keine negativen Steuereinflüsse.

4. Kann ich als Besitzer einer heruntergekommenen Liegenschaft dem Gemeinderat meine Immobilie nun zu überteuertem Preis anbieten?

Nein. Jede Investition durchläuft einen definierten Prozess. Dazu gehört nebst der möglichen Nutzungsbewertung (Eignung, Rendite) auch eine Verkehrswertschätzung und eine Risikoanalyse. Zu Letzterer gehört unter anderem auch die Prüfung von Baugrund und Substanz sowie bestehenden Auflagen. Liegenschaftspreise sollen nicht durch die Gemeinde angeheizt werden. Altstadt und Dorfkernzone dürfen kein Platz für Spekulanten werden.

5. Mit dem Konzept will der Gemeinderat auch künftige Investoren für Kauf und Sanierung von Altstadtliegenschaften mobilisieren. In der Mittelalterstadt ist Sanierung mit den Auflagen von Orts- und Denkmalschutz aber äusserst schwierig und aufwendig.

Die Bau- und Nutzungsordnung (BNO) lässt schon heute durch Fachberatung, Kommunikation und liberale Entscheide Umbau- und Sanierungsprojekte zukunftsorientiert und nutzerfreundlich realisieren. Bei der angelaufenen Überarbeitung der BNO werden liberale und offene Regeln und Vorgaben diskutiert und wo sinnvoll und zonenkonform, angewendet.

6. Wie will die Stadt die sanierten Liegenschaften zur Miete oder zum Kauf anbieten? Die bisherige Erfahrung zeigt, dass das Interesse nicht gross ist.

Mit dem neuen Nutzungskonzept und den Infrastrukturprojekten der Gemeinde wird beabsichtigt, Schritt für Schritt mit neuer Ausstrahlung auf die Laufenburger Altstadt aufmerksam zu machen. Laufenburg will auch seine Rolle als Zentrumsgemeinde und damit ebenfalls seinen Standort als Wohnort und neuen Lebensraum stärken.

7. Bis 2020 will der Gemeinderat so bis zu 20 Millionen Franken in die Altstadt sowie die Dorfkernzone im Ortsteil Sulz investieren. Hat das Einfluss auf den heutigen Steuerfuss?

«Ja», sagt dazu der Stadtrat. Ja im positiven Sinne. Die Gemeinde will das brachliegende Potenzial im Bereich leerstehender und sanierungsbedürftiger Wohnungen nutzen und neue Steuereinnahmen erschliessen. Neue Einwohner würden zuziehen und die sanierten Liegenschaften bewohnen. Die Gemeinde brauche diese Einnahmen zwingend für eine ausgeglichene Rechnung.

8. Warum sagt die Stadt, dass mit der erfolgreichen Umsetzung des Konzepts die Sozialhilfequote gesenkt werden kann?

Der Mietpreis von wenig gepflegten Wohnungen ist mehrheitlich attraktiv für Personen, die gewollt oder ungewollt auf Sozialhilfe angewiesen sind, so die Stadtbehörde. Laufenburg hat eine grosse Zahl sanierungsbedürftiger Wohnungen und auch viele Liegenschaftsbesitzer mit leider nur loser Beziehung zur Gemeinde. Mit dem neuen Konzept und dem Engagement der Gemeinde wird die Altstadt neu ausgerichtet.

9. Kann ich als Altstadtliegenschaftsbesitzer von dem Konzept profitieren?

Selbstverständlich. Mit dem Forum Altstadt, der Bauverwaltung und den Fachkommissionen hat die Gemeinde kompetente Spezialisten, die für Architektur-, Bau-, Nutzungs-, Investitions-. Vermittlungsfragen gerne zur Verfügung stehen und Beratung leisten. Es darf auch davon ausgegangen werden, dass die Liegenschaftsbewertungen auf Grund gesteigerter Umgebungsattraktivität künftig eher positiv ausfallen werden.

10. Wie kann man sich auf dem Laufenden halten?

Für Fragen und Anliegen im Zusammenhang mit der Altstadt und der Dorfkernzone Sulz kann das Forum Altstadt (forum-altstadt@laufenburg.ch oder Telefon 062 871 66 59) kontaktiert werden.