Schulden
Warum Zuzgen die ärmste Gemeinde im Kanton Aargau ist

Per Ende 2012 gilt das idyllische Fricktaler Dorf Zuzgen als am stärksten verschuldet. Mit über vier Millionen steht das 850-Seelen-Dorf in der Kreide. Wie kommt das?

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Gemeindeammann Heinz Kim verweist auf einen Schulhausneubau für zwei Millionen Franken. Ein grosser Brocken für eine Gemeinde mit 850 Einwohnern. Bei einem Cashflow von einer halben Million Franken war eine Neuverschuldung unumgänglich.

Kim: «Das haben wir bewusst in Kauf genommen.» Man hätte die Schule auch nur renovieren können. Man entschied sich aber für einen Neubau, um an Attraktivität zuzulegen.

Viel Geld kosten auch die Erneuerung der Gassenbachbrücke sowie Investitionen in Flurstrassen. Die Gemeinde hat nicht den Ehrgeiz, noch einmal einen Verschuldungs-Spitzenrang zu holen. Ziel ist laut Kim, die Schulden von über vier mittelfristig auf zwei Millionen Franken zu senken.

Den seit vielen Jahren gültigen hohen Steuerfuss von 122 Prozent wird man laut Kim «in nächster Zeit nur moderat senken können». Die Gemeinde wächst einwohnermässig sanft, was den Gemeindefinanzen gut tut.

Der Standort an einer Nebenachse bleibt aber arbeitsplatzmässig ein Nachteil. Zuzgen ist dafür sehr gut an den öV angeschlossen. Zu den Pharmafirmen ist es nicht weit.

Eisenbahn- oder Autobahnlärm kennt das Dorf nicht. So hofft man auf weiteren Zuzug. Kim werbend: «Wir haben einen attraktiven, familienfreundlichen Lebensraum.» (MKU)