Wenn auch Schwaderloch geografisch klar zum Fricktal gehört, so ist die Rheingemeinde in vielen Bereichen in das angrenzende Zurzibiet orientiert. Für die Bevölkerung wie auch die Gemeindebehörde ein steter Zwiespalt. Sie bewegt sich letztlich in zwei Gebieten gleichzeitig, Zusammenarbeiten in verschiedenen Bereichen bestehen auf beide Seiten. An der kommenden Gemeindeversammlung vom 19. November haben die Stimmberechtigten einmal mehr über die Bezirksgrenzen hinaus zu entscheiden. Und so rechnet Vizeammann Martin Krammer mit einer diskussionsreichen Versammlung. Er kennt die emotionalen Gefühle der Schwaderlocher, wenn es um Entscheide zwischen den Regionen geht.

Ja der Abgeordnetenversammlung

Im Juni dieses Jahres hat die Abgeordnetenversammlung vom Planungsverband Zurzibiet nach diversen Gesprächen mit dem Vorstand, aber auch mit einzelnen Gemeinden dem Beitritt von Schwaderloch zugestimmt. Die endgültige Entscheidung für oder gegen einen Beitritt aber treffen die Schwaderlocher Stimmberechtigten. In seinen Versammlungsunterlagen begründet der Gemeinderat von Schwaderloch sein Beitrittsbegehren unter anderem in der in den letzten Jahren stark forcierten Zusammenarbeit mit den Gemeinden im Bezirk Zurzach. Der Rat stellt auch keineswegs in Abrede, dass die Verwendung der Döttinger Fondsgelder seinen Entscheid günstig beeinflusst hat.

Beim Döttinger Fonds werden nur dem Planungsverband Zurzibiet zugehörende Gemeinden berücksichtigt. Aufgrund der tiefer ausgefallenen Aktiensteuererträge wird zurzeit kein Geld aus dem Fonds geschöpft. Darauf angesprochen, ob es nicht
ein Wagnis sei, sich gleichwohl auf dieses Fondsgeld zu berufen, meint Krammer, dass dem sicher nicht so sei. Wenn von Wagnis gesprochen werden soll, so könnte dies auch in einem ganz anderen Zusammenhang genannt werden. Schwaderloch liegt in der Gefahrenzone 1 zwischen zwei AKW.

Wie der gemeinderätlichen Botschaft zur kommenden Budgetgemeindeversammlung entnommen werden kann, sieht die Behörde von Schwaderloch durchaus die Möglichkeiten, dass weitere Zusammenarbeitsformen mit den Nachbargemeinden des Zurzibiets geprüft werden können.

Planungsverband Fricktal Regio

An ihrer Versammlung haben die Stimmberechtigten von Schwaderloch nicht nur über den Beitritt zu einem Planungsverband, sondern zudem auch über den Austritt aus einem anderen zu befinden. Und zwar aus dem Fricktal Regio. Ob die Stimmberechtigten bereit sind, als Fricktaler Gemeinde nicht mehr dem Fricktaler Planungsverband anzugehören, wird sich zeigen. Die Möglichkeit besteht durchaus, dass die Versammlungsteilnehmer eine Zugehörigkeit zu beiden Planungsverbänden wünschen.

Folgen die Stimmberechtigten dem Antrag des Gemeinderates, so erfolgt der Austritt aus dem Frick-
tal Regio Planungsverband nach einjähriger Kündigungsfrist Ende 2011. Dies aber nur, wenn auch die Abgeordnetenversammlung von Fricktal Regio dem Austritt zustimmt. Laut den Satzungen des Planungsverbands kann eine Kündigung nur aus wichtigen Gründen erfolgen. Für Schwaderloch ist ein solch wichtiger Grund gegeben.