Replik

Warum Politik nicht nur eine Diskussion der Geschlechter ist – ein Brief an Christoph Grenacher

Das Plakat der SVP Laufenburg.

Das Plakat der SVP Laufenburg.

Eine Reaktion von Tanja Primault-Suter auf die Kolumne von Christoph Grenacher.

In Ihrer Kolumne kritisieren Sie Christoph Riner, weil die Grossratsliste der SVP Bezirk Laufenburg aus Männern besteht. Wenn Kritik nur darauf abzielt, zu provozieren, jemanden persönlich anzugreifen, stellt sich die Frage, ob man oder Frau überhaupt darauf reagieren soll.

Weil ich Christoph Riner als Mensch und als Grossrats- und Parteikollege sehr schätze und mir die Zusammenarbeit mit ihm nicht besser vorstellen könnte, schreibe ich diese Zeilen und äussere mich zu Ihrem Diffamierungsversuch.

Wenn Sie mir diesen Pass zuspielen, will ich ihn annehmen. Selbstverständlich hätte ich mich, und mit mir die ganze SVP, über mindestens eine Kandidatin auf der Grossratsliste der SVP des Bezirks Laufenburg gefreut. Es wurden verschiedene Frauen angefragt. «Jetzt nicht, aber in vier Jahren», bekamen wir oft als Antwort.

Wenn es mit den beiden Bezirken Laufenburg und Rheinfelden auch zwei Wahlkreise sind, nehmen wir das Fricktal, ganz nach unserem Slogan «Für eusi Heimat, für’s Fricktal», als Einheit wahr.

Und wenn Sie mit dem Cabrio in den letzten Wochen mal im unteren Fricktal unterwegs waren und sich auch dort lange genug bei den Kreiseln aufhielten, um sich nicht nur Geschlecht, sondern auch Details wie Knöpfe an der Kleidung und Position der Hand zu merken, dann ist Ihnen bestimmt aufgefallen, dass die SVP im unteren Fricktal mit vier Kandidatinnen bei den Grossratswahlen antritt, eine davon ist Désirée Stutz, die Fraktionspräsidentin.

Ich habe schon viel früher mit Kritik an der «Männerliste» der SVP gerechnet. Wer jedoch Christoph Riner persönlich kennt und weiss, wie er mit Respekt, Interesse und Empathie den Menschen begegnet und politisiert, würde ihn niemals derart unsachlich anprangern. 2012 habe ich das erste Mal für den Grossen Rat kandidiert und bin auf Anhieb gewählt worden. Auch schon ein paar Jahre bin ich Vizepräsidentin der SVP Bezirk Laufenburg – ja, nur Vizepräsidentin, aber so viel Zeit wie Christoph Riner, der Präsident, für die Partei investiert, das läge bei mir zeitlich nicht drin.

Zu Ihrer Kritik «protzig grosses» Gruppenplakat: Die SVP Bezirk Laufenburg ging schon vor acht und vor vier Jahren auf die Kritik (gefährlich und störend) der Bevölkerung ein und verzichtete auf Kandelaberplakate von Kandidaten. Und wenn Sie zukünftig anstatt Cabrio Velo fahren würden, könnten Sie sich mit Riners wiederverwendbaren Plakatständern aus Holz messen.

Die SVP-Liste überzeugt mich – ich empfehle allen, die Liste 1 einzulegen, auch als Frau, denn Politik ist mehr als nur Geschlechterdiskussion.

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