Littering

Warum Kaiseraugst nachts keine Jugendlichen am Rhein will

Verwaiste Bierflaschen am Rhein in Kaiseraugst – die Gemeinde will im Kampf gegen Littering bald härter durchgreifen.

Verwaiste Bierflaschen am Rhein in Kaiseraugst – die Gemeinde will im Kampf gegen Littering bald härter durchgreifen.

Kampf gegen Littering und Lärm: Kaiseraugst will nachts keine auswärtigen Jugendlichen an den lauschigen Plätzen am Rhein.

Der Sommer naht: Die Tage werden länger und die Nächte lauer. Das sonnige warme Wetter lockt nach draussen. In Kaiseraugst treffen sich die Jugendlichen am Rhein und verbringen die Abende im Freien - manchmal bis in die frühen Morgenstunden. Idylle pur? Nicht immer. «Nach manchen Nächten sammeln wir 600 20-Liter-Säcke Müll ein», empört sich der Kaiseraugster Gemeindepräsident Max Heller über den liegen gelassenen Abfall (Littering).

Achtlos weggeworfene Chipstüten, zerschlagene Bierflaschen, Schmierereien und Lärm bis weit in die Nacht hinein: Die Ärgernisse wollen nicht enden. Solche Probleme kennt wohl jede Gemeinde. Die Anwohner in Kaiseraugst beklagten sich vehement und der Gemeinderat griff zu einer drastischen Massnahme. Er verhängte ein Aufenthaltsverbot.

An Verbot hält sich keiner

Bei den betroffenen Gebieten handelt es sich um die beiden öffentlich zugänglichen Grundstücke Sportplatz am Rhein (Ziegelhof) und Fährihüsli (Gemeindestrasse Rheinweg). Von 22 bis 7 Uhr ist dort bald allen nicht ortsansässigen Personen der Aufenthalt nicht mehr gestattet. Der Rheinweg soll aber nach wie vor frei begehbar bleiben. Zwar gibt es auf dem Sportplatz bereits jetzt schon feste Benützungszeiten. Ab 20 Uhr und am Sonntag ist Spielverbot. Doch daran halte sich kaum einer, beschwert sich Heller. Daher habe der Gemeinderat entschieden, sich am Beispiel des Nachbarorts Rheinfelden zu orientieren. Dort gebe es auf dem «Inseli» bereits die Möglichkeit, Störenfriede wegzuweisen.

Das Verbot richtet sich nur an Auswärtige, nicht an die Kaiseraugster Jugendlichen selbst. «Diese verhalten sich meistens anständig», weiss Heller. «Wir haben ein halbes Jahr lang diskutiert und der Entscheid ist uns nicht leicht gefallen», fügt er hinzu. Es seien ja nur fünf Prozent, die negativ auffielen. Alle anderen Jugendlichen sässen friedlich am Rhein beisammen. Diese werde auch in Zukunft niemand wegweisen. Denn: «Die Verhältnismässigkeit muss gewahrt werden.»

Gegen das am 5. April angeordnete Aufenthaltsverbot hätte innert 30 Tagen Einspruch erhoben werden können. Da dies nicht geschah, wird das Verbot ab dem 1. Juli umgesetzt. Ab dann sollen die beiden Grundstücke mit schwenkbaren Kameras überwacht werden. Entdeckt die Regionalpolizei einen Unruheherd, so rückt sie aus. Lärmenden Jugendlichen und Abfallsündern droht eine Geldbusse von 50 Franken. Max Heller hofft, dass mit dieser Massnahme am Rhein wieder Ruhe und Sauberkeit einkehren.

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