Seither hat sich eine breit abgestützte Planungskommission unter der Leitung von Gemeinderätin Esther Hauri intensiv mit dem Projekt befasst. Im Herbst 2010 wurde die Bevölkerung erstmals über den Stand der Planung ins Bild gesetzt, zurzeit läuft das öffentliche Mitwirkungsverfahren. Noch bis am 6. Juni können die betroffenen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer Stellung zu den vorliegenden Entwürfen nehmen und Vorschläge einbringen.

Der Entwurf der allgemeinen Nutzungsplanung mit Bauzonenplan, Kulturlandplan, Planungsbericht sowie Bau- und Nutzungsordnung ist bereits auch beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) des Kantons zur Vorprüfung eingereicht worden.

Baugebiet wird nicht grösser

Die letzte Revision der Herznacher Planwerke liegt über 15 Jahre zurück. Das entspricht in etwa dem Zeitraum, nach dem gemäss Raumplanungsgesetz die Ziele der Siedlungsentwicklung einer Gemeinde wieder überprüft und definiert werden sollten.

Tiefgreifende Änderungen zeichnen sich nicht ab. Primär geht es darum, Bauzonen- und Kulturlandplan den Realitäten sowie – wo nötig – den geänderten Vorgaben von übergeordneten Planwerken (Kantonaler Richtplan, Kantonales Baugesetz, Raumordnung usw.) anzupassen. Das Baugebiet darf nach Vorgabe des Kantons nicht erweitert werden, weil der Bedarf mit einer Bauzonenreserve von rund 7 Hektaren voraussichtlich für die nächsten 15 Jahre ausreicht. Es wird aber gewisse Anpassungen wie Arrondierungen kleinerer Flächen, Begradigungen von Grenzen usw. geben.

Unbürokratischer umsetzen

Die Planungskommission hat bei der Entwicklungsplanung verschiedene Schwerpunkte gesetzt. So sollen nach Möglichkeit bestehende Baulücken in Herznach, das über ein Ortsbild von nationaler Bedeutung verfügt, geschlossen werden. Daneben will man auch Möglichkeiten zur Verdichtung prüfen. Weiter soll die touristische Nutzung des alten Eisenbergwerks klarer geregelt werden. Dabei geht es keineswegs um Verbote oder Einschränkungen, denn die Gemeinde hat bekanntlich selber ein Interesse an der touristischen Nutzung der historischen Anlagen. Dafür sollen mit einer Spezialzone die fehlenden, rechtlich verbindlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Leichter entwickeln können sollen sich künftig jene Bauern, die einen Hof ausserhalb des Baugebietes bewirtschaften. Hier möchte die Gemeinde dafür (vor)sorgen, dass allfällige Innovationen und/oder Expansionen im ausgewiesenen Bedarfsfall rascher und unbürokratischer umgesetzt werden können. Neu geschaffen werden soll eine Rebbauzone, die unter anderem den Anbau und die Bewirtschaftung der Reben, die Grösse und Nutzung von Rebhäuschen sowie ökologische Aspekte regelt.

Planungsmehrwert ausgleichen

Neu für den Aargau ist das Vorhaben der Gemeinde Herznach, künftig einen Ausgleich von Planungsmehrwerten vorzusehen. Danach würden Grundbesitzer, deren Parzellen in eine höhere Kategorie umgezont werden und die deshalb an Wert gewinnen, zur Kasse gebeten. Neu für Herznach ist der Vorschlag der Kommission, für die Dorfeingänge Nord und Süd eine Gestaltungsplanpflicht unter Einbezug der Kantonsstrasse zu erlassen. So will man dafür sorgen, dass der kommunale Gesamtplan Verkehr, mit dem das Dorf einer zu grossen Verkehrsentwicklung auf der Staffelegg-Achse begegnen will, in der Nutzungsplanung Einzug findet.

Beschluss allenfalls erst 2012

Obwohl die Kommission offensichtlich sehr intensiv gearbeitet hat, ist man mit der Terminplanung leicht im Verzug. Das jetzt laufende Mitwirkungsverfahren war ursprünglich auf Anfang Jahr angesetzt. Das Jahr ist allerdings noch lang und vielleicht reicht es mit der Beschlussfassung durch die Gemeindeversammlung doch noch auf den November.

Noch stehen aber die Bereinigung und das Überarbeiten des Planwerks sowie des Mitwirkungsverfahrens an. Danach warten die zweite Vorprüfung im BVU, die öffentliche Auflage sowie die Bereinigung der Einsprachen. Wenn es für November 2011 zu knapp wird, erfolgt die Genehmigung des Planwerks durch die Gemeindeversammlung im Mai 2012.