Fricktal
Warum das Altpapier ab-, aber der Karton zunimmt

Die Menge an gesammelten Altpapier hat sich in den letzten Jahren reduziert – hingegen ist die Menge an Verpackungen aus Karton angestiegen.

Dennis Kalt
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Im unteren Fricktal organisiert der Gaf die Entsorgung des Altpapiers. Keystone

Im unteren Fricktal organisiert der Gaf die Entsorgung des Altpapiers. Keystone

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Wenn sich die Zeitungsbündel an den Strassen im unteren Fricktal stapeln, rückt der Gemeindeverband Abfallbewirtschaftung (Gaf) aus, um das Altpapier zu entsorgen. Doch die Altpapiermengen, die im unteren Fricktal vom Gaf gesammelt werden, sind seit vier Jahren rückläufig. 2012 waren es 3800 Tonnen, 2015 nur noch 3200 Tonnen.

«Die Anzahl an Zeitschrift-Abonnements ist gesunken, die SBB sammelt ihre Gratis-Zeitungen selbst ein und aufgrund der Verbots-Kleber ‹keine Werbung!› auf den Briefkästen wird weniger Werbung in diese eingeworfen», nennt Gisela Taufer, Gaf-Präsidentin, als Gründe für den Altpapier-Rückgang um rund 600 Tonnen.

Auch in Frick hat die Menge an Altpapier, das von Pfadi und Jungwacht gesammelt wird, abgenommen. So ging die Sammelmenge an Papier im Jahr 2015 von rund 14 Tonnen auf rund 11 Tonnen im Jahr 2016 zurück. Gegenteilig verhält es sich mit der Menge der gesammelten Verpackungsmaterialien aus Karton. Hier ist im gleichen Zeitraum ein Anstieg von rund 19 000 Kilogramm auf 21 400 Kilogramm zu verzeichnen.

Gemeindeschreiber Michael Widmer sieht unter anderem in der Konsumgesellschaft einen Grund für den Anstieg an Karton-Abfällen. «Der Online-Handel wächst rasant. Früher hielten Fernseher oder Kameras um einiges länger als heute. Schon nach wenigen Jahren schmeisst man diese elektronischen Artikel weg und kauft sich neue. Dies beschleunigt die Entstehung von Verpackungsabfällen», erklärt er.

Mehr als die Hälfte weniger

Einen drastischen Rückgang der Sammelmenge an Altpapier, das von der Pfadi eingesammelt wird, hat die Gemeinde Stein zu verzeichnen: Waren es 2007 noch rund 210 Tonnen, die gesammelt wurden, hat sich das Gewicht 2015 mit rund 90 Tonnen mehr als halbiert.

Gemeindeammann Hansueli Bühler nennt für diesen Rückgang zwei Gründe: «Zum einen werden weniger Altpapier-Sammlungen als noch früher durchgeführt, zum anderen fahren viele Steiner zur Entsorgungs- und Annahmestelle nach Münchwilen, um dort ihr Altpapier zusammen mit anderem Abfall abzugeben», erklärt er. Auch haben viele Menschen keine Lust, die schweren Papierbündel im Keller zu horten und dann für die anstehenden Sammlungen wieder zur Strasse hinauf zu schleppen.

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