Fricktal

Warum beginnt die Fasnachtssaison schon am 11. November?

Der grenzüberschreitende Umzug in Rheinfelden, der auch durch die Altstadt führt, findet in dieser Fasnachtsaison am Sonntag, 3. März, ab 14.11 Uhr statt.

Der grenzüberschreitende Umzug in Rheinfelden, der auch durch die Altstadt führt, findet in dieser Fasnachtsaison am Sonntag, 3. März, ab 14.11 Uhr statt.

Nach der Fasnachtseröffnung am 11. November gibt es im Fasnachtskalender erst ab dem ersten Faissen, dem 14. Februar, wieder so richtig viele närrische Veranstaltungen.

Kappen, Konfetti, Kostüme – in neun Tagen, am «Elften Elften», bricht die fünfte Jahreszeit an. Dann versammeln sich in einigen Fricktaler Gemeinden wieder die Narren und eröffnen das bunte Treiben. So auch in Kaisten, wenn ab 10.31 Uhr nach altem Brauch Mehlsuppe und Sauschwänzli serviert werden und die Plakette getauft wird. Auch in Rheinfelden findet an diesem Tag um 19.11 Uhr die Fasnachtseröffnung mit Guggenmusik im Rathaus statt.

Nach dem Startschuss hat es sich jedoch sogleich für lange Zeit ausgenarrt, bevor der Fasnachtskalender ab dem ersten Faisse, dem 14. Februar 2019, bis zum Aschermittwoch, 6. März 2019, wieder mit vielen närrischen Veranstaltungen spickt ist. Wieso wird der Fasnachtauftakt dann eigentlich bereits im November gefeiert, wenn er doch kalendarisch fernab jener drei Wochen liegt, in denen es so richtig abgeht?

Noch mal so richtig Schlemmen

«Hintergrund ist, dass es auch vor Weihnachten, bereits kurz nach der Fixierung des Festes, eine vorbereitende vierzigtägige Fastenzeit gab, ähnlich der österlichen Fastenzeit nach Fasnacht. Sie begann am 11. November, dem Martinstag», erklärt Steve Krebs, Präsident der Fasnachtszunft Ryburg. Dies bestätigt auch Patrick Forster, Präsident der Magdemer Bierschnägge. «Nach alter Zeitrechnung begann am Martinstag jeweils die 40-tägige Fastenzeit bis Maria Lichtmess vor Weihnachten. So sei der 11. November der Tag gewesen, an dem noch einmal so richtig geschlemmt werden durfte – so wie Monate später an der «richtigen» Fasnacht, die am Aschermittwoch vor Ostern endet.

In dieser Tradition steht auch das Martinsgansessen in Laufenburg. «An diesem Anlass nehmen immer sehr viele Zunftbrüder teil», sagt René Leuenberger, Zunftmeister der Narro Alt-Fischerzunft.

Krebs kann nicht verhehlen, dass es schon ein wenig merkwürdig sei, das bunter Treiben zu eröffnen und dann erst einmal wieder herunterfahren zu müssen. Dennoch hält er nichts davon, den 11. November als Fasnachts-Eröffnungstermin abzuschaffen. «Wir verstehen diesen Anlass auch als ein kleines Warnsignal, dass wir uns mit unseren Vorbereitungen ranhalten», sagt er. So muss die Fasnachtszunft Ryburg bis in den Februar zusammen mit den Meler Galgevögel Fasnachtswagen bauen, die Schlüsselübergabe beim Gemeindehaus und mehrere Umzüge organisieren sowie viele Sitzungen halten.

Zeit, um sich vorzubereiten

«Die Eröffnung am 11. November muss bleiben», sagt auch Roger Hofer, Vizepräsident der Fasnachtsgesellschaft Rheinfelden. Dies vor allem deshalb, weil an diesem Tag das Fasnachts-Motto und die Plaketten vorgestellt werden und die Vereine dadurch genügend Vorlauf haben, sich entsprechend dem Motto auf die Veranstaltungen mit ihren Fasnachtswagen und Kostümen im Februar vorzubereiten.

Von der Idee, den Fasnachts-Auftakt nach hinten zu verschieben, um somit den Abstand zum Schmutzigen Donnerstag zu verkürzen, hält er wenig: «Ich denke nicht, dass beispielsweise in der Adventszeit die Leute in der Stimmung sind, um Fasnacht zu machen.»

Autor

Dennis Kalt

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