Wildschweine

Warum 4000 Volt die Wildschweine fernhalten sollen

Liegt gähnend in der Suhle: Wildschwein mit mächtigen Hauern. chr

Wildschweine

Liegt gähnend in der Suhle: Wildschwein mit mächtigen Hauern. chr

Zeihen hat eine Wildschwein-Plage. Um diesem Problem Einhalt zu gebieten versucht die Gemeinde ihr Glück mit Zäunen. Die Wildschweine lassen sich so am ehesten durch Elektrozäune von den Kulturen fernhalten.

Besonders ertragreiche Kulturen mit einem Erntewert von mehr als 6000 Franken pro Hektare sollen mit einem Elektrozaun gegen Wildschweine gesichert werden, der ununterbrochen eine zweckmässige Stromspannung aufweisen muss, wobei 4000 Volt als Richtwert gelten. Dies wird den Bauern empfohlen. Sie wurden vom Gemeinderat Zeihen im aktuellsten Gemeindemitteilungsblatt auf die Regelungen bei der Wildschadenermittlung und -verhütung aufmerksam gemacht, die seit dem 1. Januar im Aargau für die Verhütung und Vergütung von Wildschäden in Kraft ist. Für die Landwirte, aber auch für die Jagdgesellschaften gibt es einige Änderungen. «Da wir in Zeihen erheblichen Schwarzwildschaden haben, ist es wichtig, dass sowohl Bauern als auch Jäger darüber informiert sind», so der Gemeinderat.

In den beiden Rheinbezirken Laufenburg und Rheinfelden fühlen sich die Wildschweine im wahrsten Sinne des Wortes sauwohl. Immer wieder werden Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen sowohl aus dem unteren als auch aus dem oberen Fricktal gemeldet. Wie die az Aargauer Zeitung bei einigen Bauern in Zeihen in Erfahrung bringen konnte, sind die Wildschweinschäden zum Teil recht massiv. Beliebt sind demnach beim Schwarzwild nicht bloss Mais-, sondern auch Getreidefelder und Grasflächen. Kulturen könne man zumindest mit einem Elektrozaun schützen, was ziemlich erfolgreich sei, doch grosse Wiesen und Weiden liessen sich damit nicht schützen, es sei zu aufwändig, betonte ein Zeiher Landwirt. Weniger heimgesucht von den Schwarzkitteln werden Kulturen in der Nähe der Bahnlinie: «Der Lärm der Eisenbahn schreckt die Tiere offenbar ab», stellte eine Bäuerin fest.

Schadenabschätzung vor der Ernte

Auf jeden Fall muss der Geschädigte der Jagdgesellschaft den Wildschaden unverzüglich melden, die mit dem Bewirtschafter bei Schäden bis 500 Franken abspricht, wer die Abschätzung vor Ort vornimmt. Bei Schäden über 500 Franken bietet die Jagdgesellschaft den Wildschadenexperten auf. Es wird geprüft, ob der Grundeigentümer und Bewirtschafter zumutbare Wildschaden-Verhütungsmassnahmen getroffen hat.

Wildschaden wird grundsätzlich vor der Ernte abgeschätzt. Wenn bei einem frühen Schadeneintritt eine Nachsaat möglich ist, wird auch vor einer solchen Nachsaat abgeschätzt. Schadenschätzungen nach der Ern-te, vor der nächsten Bodenbearbei-tung, sind im Ausnahmefall nach Absprache mit dem zuständigen Wildschadenexperten möglich, wenn der Schaden vor der Ernte gemeldet wurde. Wildschäden auf Wiesen und Weiden werden im Spätherbst so lange abgeschätzt, wie eine Nutzung erfolgt. Später eintretender Schaden wird erst nach der Vegetationsruhe, frühestens ab 1. März, abgeschätzt.

Nicht abgeschätzt und abgegolten werden insbesondere Folgeschäden (beispielsweise Maschinenschäden, Verunkrautungen, Fehlgärungen im Silo), Schäden an abgeernteten Kulturen oder an eingelagerten landwirt-schaftlichen Erzeugnissen (etwa Silageballen), Schäden auf Wiesenstreifen entlang von Wegen und Strassen sowie Schäden, die vor der Abschätzung behoben wurden oder die nicht mehr sichtbar sind. Als zumutbare Schadenverhütungsmassnahmen in Jagdrevieren, in denen Wildschweine erlegt werden, gelten unter anderem die Duldung jagdlicher Einrichtungen wie Beobachtungswagen für die Jäger.

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