Rheinfelden

Warnplakate vor Giftködern sorgen für Verunsicherung bei Hundebesitzern

Im Rheinfelder Wald warnen Plakate vor Giftködern. (Symbolbild)

Im Rheinfelder Wald warnen Plakate vor Giftködern. (Symbolbild)

Eine Privatperson hatte zugeschnittene Fleischstücke im Rheinfelder Wald vorgefunden. Von den dann aufgehängten Warnplakaten sind Stadt und Polizei allerdings wenig begeistert.

Seit knapp einer Woche mahnt ein Plakat in einem Waldstück bei der Alten Saline Hundehalter zur Vorsicht. «Achtung! Verdacht auf Giftköder» steht dort in grossen Lettern geschrieben. Das Plakat, das von einer Privatperson auf Facebook gepostet wurde, hat mittlerweile dort in der Gruppe «Du bisch voch Rhyfälde, wenn...» hohe Wellen geschlagen. «Ich bin mehr als erschüttert, traurig und sauer», heisst es dort etwa in einem von rund 30 Kommentaren.

Unterzeichnet ist das Plakat von Jürg Keller. Dieser sagt, dass eine Person über das Osterwochenende zugeschnittene Fleischstücke im Wald gefunden habe. «Ich riet der Finderin dazu, eine Verdachtsmeldung an den Bäumen anzubringen», so Keller. Daraufhin sei die Person, die das Plakat aufhängte, vom Präsidenten einer naheliegenden Wohnbaugenossenschaft aufgefordert worden, die Warnung wieder zu entfernen. «Dies tat die Person denn auch», so Keller. «Weil es dazu aber keinen Grund gab, habe ich die Warnung wieder aufgehängt und meinen Namen darunter gesetzt», schiebt Keller nach.

25 Hundebesitzer mit ­erhöhtem Pulsschlag

Beim besagten Präsidenten handelte es sich um René Chenaux von der Genossenschaft Theodorshof. «Wir haben in der Genossenschaft 25 Hundebesitzer, die wegen des Plakats erhöhten Pulsschlag haben», sagt Chenaux, der deswegen die Finderin der Fleischstücke bat, das Plakat wieder abzuhängen. «Es kann ja nicht sein, dass jede Privatperson bei einem Verdachtsfall Warnungen aufhängt. Das verunsichert die Leute nur unnötig», sagt Chenaux, der auch Keller dazu aufrief, das Plakat wieder abzunehmen. Dieser weigerte sich jedoch, denn: «Wenn auf zehn Verdachtswarnungen auch nur eine reelle Vergiftungsgefahr kommt, sind die anderen neun Warnungen gerechtfertigt», argumentiert er.

Auch Stadtammann Franco Mazzi hält von der Plakataktion wenig: «In diesem Fall hätte eine Anzeige bei der Polizei erstattet werden müssen, um abzuklären, ob es sich tatsächlich um einen Giftköder handelt.» Gemäss Mazzi sei die Regionalpolizei unteres Fricktal jedoch nicht in Kenntnis des Fundes gesetzt worden. Die Stadt wird das Gespräch mit den Plakatierern suchen und dann entscheiden, was mit dem Plakat passiert.

Auch die Kantonspolizei hat in ihrem Journal keinen entsprechenden Eintrag vermerkt. «Wir raten von Warnungen jeglicher Art ab, solange nicht zweifelsfrei gesichert ist, dass es sich um Giftköder handelt», sagt Kapo-Sprecher Bernhard Graser. Gerade auf den sozialen Medien liesse sich die Verbreitung einer solchen Warnung kaum steuern, was die Verunsicherung noch zusätzliche erhöhe.

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Autor

Dennis Kalt

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