Wallbach
Wallbacher errichteten mit Spezialschläuchen erfolgreich einen Schutzwall gegen Hochwasser

Der Hochwasserschutz bestand in Wallbach seine Bewährungsprobe: Ein 600 Meter langer Damm wurde entlang der Rheinstrasse aufgebaut. Die dreckig-braunen Fluten des Rheins hatten keine Chance, in die Keller von ufernahmen Liegenschaften einzudringen.

Paul Roppel
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Sandsäcke und mobile Hochwassersperre liegen bereit, die Bevölkerung ist guten Mutes. pro

Sandsäcke und mobile Hochwassersperre liegen bereit, die Bevölkerung ist guten Mutes. pro

Paul Roppel

Am Samstag waren die Wallbacher gegen die drohende Hochwasserflut gerüstet wie noch nie zuvor: 600 Meter mobile Hochwassersperren der Schweizer Armee waren vom Kantonalen Katastrophen Einsatzelement, Zivilschutz und der Feuerwehr Unteres Fischingertal verbaut worden.

Um sechs Uhr früh schrillte der Alarm und es hiess für die Angehörigen der Feuerwehr Unteres Fischingertal in Mumpf und Wallbach: «Raus aus den Federn, Hochwasseralarm in Wallbach».

Bereits am Freitagmorgen hatte sich das drohende Unheil angebahnt als die andauernden und starken Niederschläge Flüsse und Bäche in der Schweiz anschwellen liessen und vielerorts Hochwasseralarm ausgelöst wurde.

Im Fricktal beobachtete Stefan Heller, Chef des Regionalen Führungsorgans Unteres Fricktal, die Entwicklung der steigenden Fluten ständig. Da die vorsorglichen mobilen Hochwasserschutzelemente bereits in Brugg verbaut worden waren, wurde das VBS über den Kanton um Hilfe angefragt.

Die in Bremgarten eingelagerten Hochwassersperren vom Militär, auch «Beaver-Schläuche» genannt, trafen am frühen Samstagmorgen per Lastwagen mit Teilen der Kantonalen Katastrophen-Einsatz-Elemente (KKE) in Wallbach ein, wo Kommandant Andy Bussinger schon routinemässig sein Dispositiv aufgezogen hatte und auf die Mithilfe von 37 Feuerwehrleuten zählen konnte. Die bedrohten Rheinanwohner waren alarmiert und mittels eines vorbereiteten Schreibens zur Mithilfe aufgerufen sowie mit Verhaltensanweisungen ausgerüstet worden.

«Dem Hochwasser muss man voraus sein», betonte Vizekommandant Valentin Güntert aus Mumpf. «Wir harren der Dinge, die da kommen», meinte er mit gutem Gefühl, denn diesmal war man gerüstet wie noch nie zuvor.

Die neuralgischen Punkte sind bekannt. Feuerwehrleute und Anwohner verbarrikadierten Türen, Tore und Garagen und vom letzten Hochwasser hatte Wallbach noch 2000 Sandsäcke eingelagert. Überraschend zeigte sich jedoch, dass nicht alle die Lagerung intakt überlebt hatten.

Aber das grösste und vielversprechendste Novum waren die nicht unübersehbaren, rund 600 Meter langen Doppelreihen mit orangefarbenen Schläuchen mit einem Meter Durchmesser, welche Häuser und Rheinstrasse von der braunen Brühe des Rheins abschotteten.

Oberleutnant Beat Steiner, Chef Lage Vorort vom KKE, hatte mit seinen 15 Zivilschutzangehörigen und der Feuerwehr die Schläuche innert drei Stunden aufgeblasen und dann mit Wasser ab Hydranten gefüllt.

Vizeammann Hans Gloor und Gemeinderat Ruedi Berner, Ressortchef Feuerwehr, waren von der koordinierten Aktion vor Ort beeindruckt, als sie mit Stefan Heller im strömenden Regen die Schutzwälle begutachteten.

«Wir sind überglücklich, dass wir diese Sperren bekommen haben», strahlte Kommandant Andy Bussinger am späten Nachmittag sehr zufrieden, als das Hochwasser seinen Höchststand erreicht hatte.

Die Schläuche haben das Dorf von den reissenden Fluten tatsächlich dicht abgeschottet und kein einziger Keller, keine Garage und kein Gebäude war vom Wasser geflutet worden. Noch nie war die Schadenminderung so optimal verlaufen.

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