Magden
Waldkindergarten ist ein Renner

Gemeinde Magden baut die «Basis» des Naturkindergartens aus – auch finanziell ist alles im grünen Bereich.

Thomas Wehrli
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Platz schaffen: Der erste Stock im «Weber-Haus» soll für den Natur- und Bewegungskindergarten ausgebaut werden. twe

Platz schaffen: Der erste Stock im «Weber-Haus» soll für den Natur- und Bewegungskindergarten ausgebaut werden. twe

Thomas Wehrli

Der Dreischritt für eilige Steuerzahler vorweg: Die Rechnung 2014 der Gemeinde Magden schliesst, erstens, dank Minderausgaben und höherem Steuererträgen deutlich besser als budgetiert. Magden hat, zweitens, seine Hausaufgaben gemacht; grosse Neuinvestitionen stehen in den nächsten Jahren nicht an. Damit dürfte, drittens, der Steuerfuss auch in den kommenden Jahren bei tiefen 95 Prozent verharren.

Für die etwas weniger Eiligen: Im letzten Jahr nahm die Gemeinde knapp 347 000 Franken mehr Steuern ein als budgetiert. Gleichzeitig lagen die Ausgaben bei diversen Positionen zum Teil deutlich unter Budget, was summa summarum zu einem besseren Ergebnis von knapp 1,164 Millionen Franken führte. Auch Wasserwerk und Abwasserbeseitigung schlossen besser ab als budgetiert.

Das Betriebsergebnis weist somit ein Plus von knapp einer halben Million Franken auf, das Gesamtergebnis ist 2,42 Millionen Franken im Plus. Bei Investitionen von rund 7,7 Millionen Franken resultiert ein Investitionsüberschuss von rund 4,7 Millionen Franken. «Diesen konnten wir aus liquiden Mitteln begleichen», erklärte Vizeammann André Schreyer gestern vor den Medien. Sprich: Das Nettovermögen ging von 11,4 auf 6,7 Millionen Franken zurück.

«Erfreuliches Ergebnis»

Und wie ist dieses Ergebnis zu werten? Gemeindeammann Brunette Lüscher stapelte wohl eher etwas tief, als sie einleitend sagte: «Bei den Finanzen sieht es nicht allzu schlecht aus.» Kollege Schreyer hob die Wertung flugs auf ein «erfreulich» an – gerade auch angesichts der Tatsache, dass keine teuren Neubauten nötig sind. Auch bei den Strassen hat Magden den einst hohen Aufholbedarf inzwischen wettgemacht – über und unter der Erde. Zwar stehen noch (Strassen-)Sanierungen an und auch die neue Turnhalle muss noch abgerechnet werden, was mittelfristig, also in den nächsten fünf Jahren, zu einer Verschuldung von geschätzten 3,5 Millionen Franken (oder 1000 Franken pro Einwohner) führen dürfte. Das ist für eine Gemeinde in der Grösse und mit der Finanzkraft wie Magden kein wirkliches Problem; Schreyer sprach von einem «tolerablen Rahmen», in dem sich diese Verschuldung bewege.

Wenig Mittel muss der Souverän auch an der Gmeind vom 12. Juni sprechen. Beantragt sind zwei Verpflichtungskredite, einer über 130 000 Franken für den Ersatz des Fussgängerstegs über den Maisprachbach durch eine Landwirtschaftsbrücke, ein zweiter über 94 000 Franken für den Ausbau des Dachgeschosses im «Weber-Haus».

Beide Kredite wollen einen Engpass beseitigen: Der Bau der Brücke dient dazu, dass die Landwirte mit ihren schweren Gefährten nicht mehr so oft durch das Dorf rattern müssen; der Ausbau des «Weber-Hauses» sorgt dafür, dass die Kinder, die den Natur- und Bewegungskindergarten in besagtem Haus besuchen, genügend Platz haben.

Naturkindergarten gefragt

Denn das Angebot, für das die Gemeinde vor drei Jahren die Bewilligung bekam (Magden wurde mit Zuzügern im Kindergartenalter überrannt und musste eine zusätzliche Abteilung eröffnen), ist gefragt. Im ersten Jahr besuchten 13 Kinder den bäumigen Kindergarten, für das kommende Schuljahr liegen 18 Anmeldungen vor. Zu viele für den Raum im Erdgeschoss, denn anders als es der Name des Kindergartens vermuten lässt, sieht der Lehrplan zwingend auch Lektionen in Schulräumen vor. Natur pur gibt es an zwei Tagen pro Woche.

Mit dem Ausbau des Dachgeschosses beschreitet Magden einen pragmatischen Weg, denn ein Neubau eines Kindergartens «wäre viel teurer», sagt Lüscher, und der freie Raum im Gemeindehaus sei für einen Kindergarten «nicht optimal». Die Ausbaulösung sei eine gute, ist Lüscher überzeugt, denn sie hält mehrere Jahre «und lässt uns Zeit zu sehen, wie die Entwicklung ist».

Jene der waldbegeisterten Kinder und jene der Gemeinde. Der Richtplan des Kantons sieht für Magden Bauland-Einzonungen von rund drei Hektaren vor; Magden kann sich damit «von» schreiben, denn die Gemeinden, die noch Land einzonen dürfen, lassen sich fast an einer Hand abzählen.

Eigentlich wollte Magden die Zonenplanänderung bereits im Juni an die Gemeindeversammlung bringen. Die Zeit habe jedoch nicht gereicht, so Lüscher, es seien noch mehrere Fragen offen. Diese betreffen nicht zuletzt den öffentlichen Verkehr, der höher getaktet fahren muss – die strittige Frage ist: Ab wann? Ab der Zonenplanänderung oder ab Baubeginn, was einige Jahre Differenz ausmacht. Ob es auf die Gemeindeversammlung im Dezember reicht, ist laut Lüscher noch offen.

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