Zeihen
«Waldarbeit ist interessant, ich liebe meinen Beruf»

Forstwartlehrlinge aus dem Aargau üben die erschwerte Holzerei. Sie ist zierlich, dennoch kräftig und geschickt im Umgang mit dem Werkzeug: Forstwartin Madeline Kolly aus Ueken nimmt am überbetrieblichen Einführungskurs für erschwerte Holzerei teil.

Walter Christen
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Noch bis morgen Freitag sind 15 angehende Forstwarte, samt der erwähnen Forstwartin als einzige Frau am Kurs, im Wald zwischen dem östlichen Dorfausgang von Zeihen und der Bahnstation Effingen unter kundiger Leitung von drei Instruktoren am Holzen. Die Auszubildenden verfügen alle über einen (Lehr-)Vertrag eines aargauischen Forstbetriebs.

Doppelte Zugkraft

Lehrmeister von Madeline Kolly ist Rolf Treier, Förster und Leiter des Forstbetriebs Homberg-Schenkenberg mit Stützpunkt (Werkhof) in Zeihen. Er fand am Besuchstag anerkennende Worte für die Forstwartin, die bereits eine Erstausbildung (Studium) abgeschlossen hat. Sie selber stammt aus dem Kanton Freiburg und ist begeistert von diesem Kurs: «Waldarbeit ist interessant, ich liebe meinen Beruf.»

Walter Bussinger aus Rickenbach BL, Kursleiter im Auftrag von Waldwirtschaft Schweiz (WWS), der 1921 gegründeten Dachorganisation der Schweizer Waldwirtschaft, wies die Gäste darauf hin, dass als neues Lehrmittel die Arbeit mit dem doppelten Seilzug in die Ausbildung integriert wurde.

Diese Bezeichnung wurde gewählt, weil durch den Einsatz der beweglichen Untersetzungsrolle die doppelte Zugkraft am Fällhaken beziehungsweise am sogenannten Würgeseil entsteht.

Keine grösseren Bäume?

«Es ist eine Freude, mit den jungen Leuten zu arbeiten, die sich total engagieren. Bereits am ersten Kursmorgen erkundigte sich bei der Besichtigung des Arbeitsplatzes einer, ob es hier keine grösseren Bäume zum Fällen gebe. Da musste ich erklären, dass bei der Holzerei unter erschwerten Bedingungen die Grösse der Bäume unwesentlich sei», so Bussinger. «Denn die Einhaltung der Sicherheitsregeln und das richtige Anwenden von Vorschriften kommt an erster Stelle. Auch sind die Baum- und Umgebungsbeurteilung äusserst wichtig. Denn nicht nur steiles Gelände bedeutet erschwerte Bedingungen beim Holzen, auch schräg stehende Bäume und die Nähe zu Strassen.»