Walter Marbot ging Ende Dezember mit 64 Jahren und 2 Monaten in Pension. Dass er seinen Dienst als Stadtschreiber von Laufenburg zehn Monate vor Erreichen des regulären Pensionsalters quittiere, lag nicht etwa daran, dass ihm die Arbeit keine Freude mehr bereitet hätte.

Nein, der Grund war ein anderer: Marbot wollte den Freiraum haben, um als OK-Präsident das 32. kantonale Musikfest auf die Beine zu stellen. «Wäre ich noch immer Stadtschreiber, wäre die Belastung für diese Aufgabe zu gross gewesen», sagt er.

Denn der musikalische Grossevent, der unter dem Motto «Ohren auf!» an den beiden letzten Juni-Wochenenden in Laufenburg stattfindet, hat es in sich. 133 Vereine aus elf Kantonen werden sich in einem musikalischen Wettstreit miteinander messen.

«Wir erwarten rund 5000 Musikanten und 12 000 Besucher, die sich die Konzertvorträge in der Stadthalle, in der Turnhalle Burgmatt und in der katholischen Kirche anhören und die Baslerstrasse für den Paradewettbewerb säumen werden», sagt Marbot.

Das Budget für den sechstägigen Event beträgt rund eine Million Franken. «Beizutragen, solch eine Veranstaltung zu organisieren und damit Werbung für das Fricktal und die Stadt Laufenburg zu machen, bereitet mir grosse Freude», so Marbot. Ausgerichtet wird das kantonale Musikfest von der Stadtmusik Laufenburg sowie den Musikgesellschaften aus Kaisten und Sulz.

1200 Freiwillige im Einsatz

In den rund zehn Wochen bis zum Start gibt es für das OK noch einiges zu tun. «Wir sind derzeit noch auf der Suche nach Sponsoren. Zudem bemühen sich die drei Ausrichter, den Helfer-Pool weiter auszubauen», so Marbot, der schätzt, dass gesamthaft rund 1200 Freiwillige im Einsatz stehen werden, um den Grossevent zu stemmen.

Helfer braucht es beispielsweise für den Aufbau und Betrieb der Festwirtschaften oder für die Arbeiten in den Wettspiellokalen. «In der katholischen Kirche müssen Akustikwände aufgestellt werden, um die Klangqualität zu verbessern», so Marbot.

Für die Strecke des Paradewettbewerbs, die auf der Baslerstrasse am Café Maier vorbeiführt, habe man sich vom Kanton eine Bewilligung eingeholt, um die dortige Verkehrsinsel zu entfernen. Damit wird verhindert, dass diese bei den Paraden zur Stolperfalle wird. «Im Zuge der Sanierung der Baslerstrasse wäre die Verkehrsinsel sowieso später entfernt worden», sagt Marbot.

Eine Herausforderung wird sein, genügend Parkplätze für die Besucher und Musikanten zu Verfügung zu stellen. Hierfür werden Gespräche mit ansässigen Firmen geführt. Zudem können auf einem Feld in der Nähe der Zollbrücke rund 1000 Autos parkieren.

«Wir haben die Vereine darum gebeten, dass sie möglichst mit dem Car und nicht mit den Autos anreisen», so Marbot. Die Offiziellen und Juroren des kantonalen Musikfestes werden im Hotel Rebstock in badisch Laufenburg einquartiert. «Die 25 Zimmer haben gerade so ausgereicht», sagt Marbot.

Hoffen auf Petrus

Neben dem musikalischen Programm, gespickt mit Paradeläufen, Konzertvorträgen und den Tambourenwettbewerben, sollen auf dem Festgelände zwischen Burgmatt und Stadthalle Festzelte, eine Eventbühne, Streetfood-Stände, viele Bands und ein Kinder-Karussell die Besucher zum Verweilen einladen.

Damit es ein optimales Fest wird, kann Marbot nicht verhehlen, dass man auch auf das Glück von oben angewiesen ist: «Ich werde sicher zwei bis drei Wochen vor dem Fest damit beginnen, täglich auf die Wetter-App zu schauen.»

32. kantonales Musikfest «Ohren auf!»

Freitag, 22. Juni, bis Sonntag, 24. Juni, und Freitag, 29. Juni, bis Sonntag, 1. Juli.