Kaisten
Vor der Abstimmung buhlen die Investoren um den Hofacher

In 14 Tagen entscheiden die Kaistener Stimmbürger, welches Projekt im zentral gelegenen Bauareal umgesetzt wird. Die beiden Angebote, die beide altersgerechte Wohnungen umfassen, werden gegenübergestellt.

Marc Fischer
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Der grösste Teil des gemeindeeigenen Baugebietes Hofacher ist flach. Das Baufeld A hingegen (im Bild zu den Häusern hin) befindet sich in der Hanglage. Die interessierten Investoren wollen alle drei Baufelder kaufen und überbauen.Susanne Hörth

Der grösste Teil des gemeindeeigenen Baugebietes Hofacher ist flach. Das Baufeld A hingegen (im Bild zu den Häusern hin) befindet sich in der Hanglage. Die interessierten Investoren wollen alle drei Baufelder kaufen und überbauen.Susanne Hörth

Susanne Hörth

Der Startschuss ist schon lange gefallen. Vor fünf Jahren erstellte die Metron AG eine Studie für eine mögliche Überbauung auf dem Areal Hofacher in Kaisten. Mitte 2011 stimmten die Stimmberechtigten einem Kredit von 100 000 Franken und der Lancierung eines Investorenwettbewerbs zu. Diesen entschied ein Team bestehend aus den Zürcher Architekten Menzi Bürgler und Savioni Kuithan, dem Büro Bäumlin und John AG aus Frick und der JKB Immobilen AG aus Frick als Investor für sich. «Die architektonischen Kriterien wurden mit 60 Prozent bewertet, die finanziellen mit 40 Prozent und unser Projekt wurde ausgewählt», fasst Daniel John anlässlich einer eigens einberufenen am Mittwoch Medienorientierung zusammen.

Das Rennen um den Hofacher war damit aber nicht beendet. Im Gegenteil. Immer wieder wurde es unterbrochen und neu gestartet. «Es gab zahlreiche Sitzungen und Gespräche», so John. Zunächst wurde das Projekt redimensioniert, das Baufeld A an der Hangkante wurde ausgeklammert. «Dies ergab sich in den Gesprächen mit dem Gemeinderat so», erklärt Daniel John. Man sei übereingekommen, dass die Gemeinde dieses Land direkt an interessierte Bauherren für den Bau von Einfamilienhäusern verkaufen solle. Zudem habe man auch diverse andere Punkte wie Schmutzwasserleitung, Hochwasserschutz oder Fussweg neu verhandelt.

Im Investorenwettbewerb hatte das Projekt-Team für alle drei Baufelder 1,73 Millionen Franken geboten. Im Antrag, der letztlich im November 2013 vor die Gemeindeversammlung kam, betrug das Angebot 1,63 Millionen. «Obwohl das Baufeld A ausgeklammert wurde, war unser Angebot nur 100 000 Franken tiefer als zu Beginn», betont Daniel John. Dies sei auf die erwähnten Neuverhandlungen zurückzuführen.

Neuer Bewerber

Im Vorfeld der November-Gmeind griff mit der Kaister Schnetzler Immobilien AG dann ein neuer Bewerber ins Rennen ein. Sie bot in einem Überweisungsantrag für alle drei Baufelder 2 714 650 Franken, darin enthalten ein zweckgebundener Beitrag in der Höhe von 50 000 Franken für die Jugend-, Sport- und Kulturförderung in der Gemeinde Kaisten. «Der Betrag soll den vielen engagierten Personen und Vereinen zukommen, die wir im Dorf haben und sinnvolle Projekte unterstützen», betont Martin Schnetzler auf Anfrage. Sein Überweisungsantrag wurde gutgeheissen und der Antrag des Gemeinderates für das JKB-Projekt wurde zurückgewiesen.

Die Schnetzler Immobilien AG hat ihr Angebot aus dem Überweisungsantrag bekräftigt und unverändert gelassen. Den späten Einstieg ins Hofacher-Rennen erklärt Martin Schnetzler mit dem aus seiner Sicht zu tiefen Angebot an der letzten Gmeind und der Tatsache, dass das Projekt im Vergleich zum Investorenwettbewerb deutlich verändert wurde. «Als Steuerzahler und Unternehmer wollte ich dies nicht hinnehmen und so haben wir beschlossen ein faires Angebot abzugeben.» Und er bringt gleich einen weiteren Punkt ins Spiel: «Sollten wir den Zuschlag erhalten, werden wir das lokal ansässige Gewerbe berücksichtigen. Zudem würden natürlich allfällige Gewinne in Kaisten versteuert.» Die JKB Immobilien AG ihrerseits hat versprochen, Unternehmer aus der Region zu verpflichten, wie es in der gemeinderätlichen Botschaft heisst.

Viel investiert

«Wir wollten jedoch nicht aufgeben. Wir haben schon viel Geld, Zeit und Engagement in unser Projekt investiert. Und wir sind nach wie vor von unserem Projekt überzeugt und würden es gerne umsetzen», so Daniel John. Deshalb hätten sie das Baufeld A wieder ins Projekt aufgenommen und das Angebot aufgebessert. Es beträgt neu 2 665 000 Franken und liegt damit knapp die 50000 Franken unter dem Angebot der Schnetzler Immobilien AG, die für die Jugend bestimmt sind. Da kein Gestaltungsplan gemacht werden muss, sei der Landwert etwas höher, begründet Daniel John. Und: «Der Landpreis ist in den vergangenen zwei, drei Jahren gestiegen.»

Nun ist das Projekt also auf der Zielgeraden. Die beiden Angebote, die beide altersgerechte Wohnungen umfassen, werden gegenübergestellt. Die Stimmbürger haben am 13. Juni die Wahl. «Wir hoffen, dass die Stimmberechtigten, die den Überweisungsantrag angenommen haben unser Angebot auch dieses Mal unterstützen», so Martin Schnetzler. Auch Daniel John hofft: «Wir hoffen, dass es zu einem Entscheid kommt und natürlich auch, dass wir den Zuschlag erhalten», so Daniel John. Gedanken für den Fall eines Neins hat er sich noch nicht gemacht. Er wisse auch nicht, ob es rechtliche Möglichkeiten gebe, die Umsetzung des Siegerprojektes zu fordern. «In der Ausschreibung hiess es, die Genehmigung durch die Gemeindeversammlung sei vorbehalten. Wahrscheinlich sind wir also diese Bedingung eingegangen. Doch nun warten wir einmal den Entscheid ab.