Fricktal
Von der Theorie in die Praxis: Fünf Fricktaler sitzen neu im Grossen Rat

Für die neu gewählten Grossräte aus dem Fricktal beginnt mit der heutigen Vereidigung der Ernst des Parlaments-Lebens.

Thomas Wehrli
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Fünf Grossräte aus dem Fricktal werden neu vereidigt.

Fünf Grossräte aus dem Fricktal werden neu vereidigt.

Alex Spichale

Der Grossrat tagt heute zum ersten Mal in neuer Zusammensetzung und wird für die nächsten vier Jahre in Pflicht genommen. Für 5 der 17 Fricktaler Grossräte ist dieser Tag ein ganz besonderer: Sie sind im Herbst neu ins Parlament gewählt worden und reisen somit heute Nachmittag zu ihrer ersten Sitzung an.

Nervös ist keiner, wie eine Umfrage der az zeigt. Sie sei erfüllt mit «Vorfreude, Neugier, Dankbarkeit und einer Portion Respekt», sagt Désirée Stutz (SVP). Daniel Suter (FDP), Gemeindeammann von Frick, war am Sonntag und Montag in offizieller Mission in der Partnergemeinde Frickingen.

Deshalb habe er nicht gross Zeit gehabt, sich über die Vereidigung Gedanken zu machen. «Aber wenn dann die Gelöbnisformel gesprochen wird und der ganze Saal steht und applaudiert, wird das schon ein bewegender Moment sein.»

Bewegen wollen die fünf neuen Grossräte in den nächsten vier Jahren so einiges; vor allem auch für das Fricktal, wie Suter sagt. Alfons P. Kaufmann (CVP) sieht insbesondere im Gesundheits- und Bildungswesen sowie bei der Kesb Handlungsbedarf.

Für Claudia Rohrer (SP) geht es darum, einen Konsens über die staatlichen Aufgaben, deren Umfang und Finanzierung zu finden. «Die Aargauerinnen und Aargauer haben bereits zweimal klar gesagt, dass ein weiterer Abbau der Aufgaben nicht hingenommen werden soll», sagt sie.

Der Lehrplan 21 müsse gemäss Zeitplan eingeführt werden, sagt Colette Basler (SP), «weil es sonst teuer wird». Die Lehrerin und Bäuerin will sich neben der Bildung vor allem für die Landwirtschaft einsetzen.

Bei der Sicherheit der Bevölkerung und in der Asylpolitik ortet Stutz Handlungsbedarf. Zudem gelte es, «die Eigenverantwortung zu fördern statt weiter mehr Vorschriften und bürokratische Hürden zu errichten».

Doch vorerst gilt es für die fünf Neugewählten, in Aarau anzukommen. Etwas Spezielles haben sie für den ersten Sitzungstag nicht geplant. In Baslers Agenda steht: «Grossrat – Vereidigung – bitte schickliche Kleidung!» Rohrer wird den Tag «mit lieben Menschen aus meinem Umfeld ausklingen lassen».

Besonders gespannt ist Suter, wie die Umsetzung von der Theorie – die Neu-Grossräte haben einen Vorbereitungstag absolviert – in die Praxis sein wird.

Die wachenden Medien

Die fünf sind bereit: Die Akten sind studiert, das Büro organisiert. «Ich habe Organisationsmappen angelegt», sagt Stutz. Kaufmann hat sich büromässig so organisiert, «dass ich von Beginn an eine klare Struktur für diese Arbeit habe».

Suter hat neben dem Aktenstudium versucht, sich die Namen der Grossräte einzuprägen, «mindestens der Fraktionsmitglieder und der Mitglieder der Justiz-Kommission». Ihre Sitznachbarn kennen die meisten bereits – zumindest flüchtig.

Stutz, die neben Kathrin Hasler und Daniel Vulliamy sitzt, hat noch einen besonderen Sitz-Nachbarn: «Über mir wachen die Medien auf der Tribüne.»

Nicht lange müssen die Neu-Grossräte bei der Frage überlegen, auf was sie sich am meisten freuen: «Die neuen Gesichter und neuen Aufgaben und darauf, mit anderen etwas Gutes für unseren Kanton zu tun», sagt Basler stellvertretend. Als besonderen Moment wertet Kaufmann auch den ökumenischen Gottesdienst vor der Vereidigung. «Da kann man nochmals in sich gehen.»