Fricktal
Von der Stube in den Häcksler

Das Entsorgen der Christbäume handhaben die Gemeinden im Fricktal verschieden – in Herznach werden sie verbrannt.

Yvonne Zollinger
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Eben noch waren sie der Mittelpunkt in der weihnachtlichen Stube und schon liegen die Christbäume zum Entsorgen bereit. Symbolbild/Archiv

Eben noch waren sie der Mittelpunkt in der weihnachtlichen Stube und schon liegen die Christbäume zum Entsorgen bereit. Symbolbild/Archiv

Chris Iseli/ AZ

Es ist ein kurzes Gastspiel, das die Tannenbäume über Weihnachten in unseren Stuben geben. Eines, auf das kaum jemand verzichten möchte. Dann sind die festlichen Tage vorbei, die ersten Nadeln rieseln und die Frage der Entsorgung naht.

In Herznach wählt man seit 12 Jahren den spektakulären Abgang des Weihnachtsbaumes. Rund 100 bis 120 Bäume werden am «WeihnachtsbaumVerbrennen» zu Asche.

«Jeder bringt seinen Baum mit und kann zusehen, wie er in Flammen aufgeht», sagt Jürg Rubin, Präsident des Gewerbeverbandes Staffeleggtal. Besonders für die Kinder sei das ein faszinierender Anlass. Und die Erwachsenen pflegen bei Glühwein und Wienerli die Geselligkeit.

Allerdings ist diese Art der Christbaumentsorgung umstritten – laut Luftreinhalteverordnung des Kantons sogar verboten. Angesprochen auf die gesetzlichen Grundlagen, sagt der Herznacher Gemeindeschreiber Harry Wilhelm: «Wir handhaben das wie beim 1.-August-Feuer.»

Das Verbrennen der Weihnachtsbäume werde als einmaliger Anlass toleriert. Was jedoch kein Freibrief für jene sei, die Ähnliches mit ihren Gartenabfällen vorhaben. Dort würde die Gemeinde erst mahnend und dann auch büssend eingreifen.

«Die Weihnachtsbäume zu verbrennen ist, Unsinn», sagt Heiko Loretan, Sektionsleiter Luft und Lärm der Abteilung für Umwelt. Die Feinstaubbelastung sei im Winter ohnehin prekär.

«Sie mit Anlässen wie diesen noch zu fördern ist sehr unklug.» Für ihn gibt es bessere Alternativen, die mit dem Entsorgen der Nadelbäume verbunden werden könnten. Die Abteilung für Umwelt fährt in Sachen Weihnachtsbaum-Verbrennen nicht den harten Kurs, sondern appelliert an die Vernunft der Gemeinden und Organisatoren.

Regulär entsorgen

Die Entsorgung der Christbäume wird im Fricktal verschieden gehandhabt. In den 16 Gemeinden, die dem Gemeindeverband Abfallbewirtschaftung Unteres Fricktal, GAF, angeschlossen sind, werden die Bäume in einer separaten Grünguttour gratis eingesammelt.

«Diesen Service bietet das GAF den Gemeinden schon seit vielen Jahren an», sagt Gisela Taufer, GAF-Präsidentin. Abnehmer der Tannenbäume ist die Biopower-Anlage in Pratteln, wo das Nadelgehölz vergärt wird. Im Oberen Fricktal ist die Entsorgung der Bäume nicht so einheitlich geregelt. Aber auch hier kommen viele wieder in den Umweltkreislauf, zum Beispiel als Kompost für Feld und Garten.

In Frick können die Weihnachtsbäume an der Multisammelstelle noch bis nächsten Samstag abgegeben werden. Dort häckselt Richard Mettler die Bäume im Auftrage der Gemeinde. Rund fünf Kubikmeter seien es etwa, die so zusammenkommen, sagt der Landwirt. Das Häckselgut verwendet er auf seinem Hof, wo es später als Gründünger auf dem Feld landet. In Eiken wird aus den Weihnachtsbäumen ebenfalls Häckselgut, und dieses wird von einem Abnehmer zu Kompost verarbeitet. In anderen Gemeinden kann der Nadelbaum der Grüngutabfuhr oder dem normalen Hauskehricht mitgegeben werden, beides gebührenpflichtig.