Rheinfelden
Von der Achterbahn ins Feldschlösschen: So soll die Bierbrauerei ausgebaut werden

Christian Löffler soll einen Besuch bei Feldschlösschen noch mehr zum Erlebnis werden lassen. Er bringt 18 Jahre Erfahrung aus dem Europapark mit.

Thomas Wehrli
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Christian Löffler mit einem Braufrisch. (Thomas Wehrli)

Christian Löffler mit einem Braufrisch. (Thomas Wehrli)

Thomas Wehrli

Christian Löffler mag es rasant und actionreich: 18 Jahre arbeitete der 44-Jährige im Europapark in Rust – und liess «keine Gelegenheit aus, auf die Bahnen zu gehen». Der gebürtige Freiburger lacht. «Mein Glück war, dass das Personal jeweils am Morgen bei den Testläufen als Passagiere gefragt war.»

Eine Achterbahn indes ist sein eigenes Leben nicht, eher ein Höhenflug. Oder fast schon eine klassische Tellerwäscherkarriere. Der Hotelfachmann trat 1995 seine erste Stelle im Nachtdienst des damals neu eröffneten ersten Hotels auf dem Parkgelände an – und arbeitete sich Station um Station zum stellvertretenden Hoteldirektor der heute fünf Hotels empor.

13 Jahre blieb er der Park-Hotellerie treu, wechselte dann für knapp drei Jahre ins «Les Trois Rois» nach Basel und kehrte nochmals fünf Jahre als Parkleiter nach Rust zurück. Die letzten zwei Jahre leitete er die Hotellerie des Felix Platter-Spitals in Basel.

Seit gut einem Monat ist Löffler Leiter Gastronomie und Besucherwesen bei Feldschlösschen. Diese Stelle wurde neu geschaffen, um dem stets wachsenden Besucherstrom gerecht zu werden. Dann gibt es bei Feldschlösschen bald eine Bier-Achterbahn? Löffler lacht. Das sei nicht geplant. Sehr wohl will er jedoch den Erlebnischarakter, den Fun-Faktor erhöhen. «Wir haben hier alles, was es zum Erlebnis braucht», sagt Löffler. Ein Schloss, Bier und «das schönste Sudhaus» überhaupt.

Erlebnisführungen ist ein Standbein, das Löffler stärken will. Ein zweites sind «Tagungen, auch kombiniert mit Events». Die Gastronomie – auf dem Areal befindet sich das «Feldschlösschen Restaurant» – will der Gastroprofi ebenfalls ausbauen. «Auch hier wird Bier noch mehr zum Thema», verspricht er und verweist auf das «Bierbecue» und das Bierparfait.

Mit dem Engagement von Löffler trage man der steigenden Nachfrage nach Brauereibesichtigungen Rechnung, sagt Kommunikationsleiterin Gaby Gerber. «Bier ist ein grosses Thema in der Bevölkerung», weiss sie und sieht dafür zwei Gründe. Zum einen den stärkeren Heimattrend als Gegentrend der Globalisierung, zum anderen die Zunahme der Klein- und Kleinstbrauereien, «was dazu führt, dass viel über Bier und die Zutaten gesprochen wird».

Über 30 000 Besucher

Feldschlösschen kommt dies gelegen, oder treffender: Die Brauerei nimmt gerne einen Schluck davon. Ziel ist es, die Besucherzahl, die heute bei rund 30 000 pro Jahr liegt, nochmals klar zu steigern. «Das Potenzial ist da und die Möglichkeiten, die das Areal bietet, sind immens», bilanziert Löffler nach seinem ersten Monat bei Feldschlösschen.

Löffler mag, wenig verwunderlich, selber gerne Bier. Eines seiner Lieblingsbiere ist das vor eineinhalb Jahren lancierte «Braufrisch». Er lacht. Wäre er ein Bierphobiker, «dann würde ich sicher nicht hier arbeiten», sagt er. «Denn es ist matchentscheidend, dass man hinter dem Produkt, für das man tätig ist, stehen kann.» Oder eben: gerne auf ihm mitfährt. Seine Lieblingsbahn im Europapark ist übrigens der Silver Star. Mit Tempi von bis zu 130 km/h geht es hier in die Kurven. «Nervenkitzel pur.»