Rheinfelden

Von allen unbemerkt: Aargauer liegt drei Monate tot in seiner Wohnung

Ein 71-jähriger Mann liegt über drei Monate tot in seiner Wohnung - von allen Mitmenschen unbemerkt.

Ein 71-jähriger Mann liegt über drei Monate tot in seiner Wohnung - von allen Mitmenschen unbemerkt.

Über drei Monate lang liegt ein 71-jähriger Mann tot in seiner Wohnung in Rheinfelden - niemand bemerkt etwas. Bis der Nachbar unangenehme Gerüche wahrnimmt. Die Polizei findet die Leiche in der Wohnung vor. Der Mann starb eines natürlichen Todes.

Die Vorstellung ist unangenehm: Den Nachbar sieht man tagelang nicht mehr, der Briefkasten überquillt mit Zeitungen und Werbeflyer. Doch viele denken sich dabei nichts Schlimmes aus. So passiert in diesen Tagen in Rheinfelden im Fricktal.

Doch eines Tages nimmt ein Nachbar unangenehme Gerüche wahr. «Es waren typische Verwesungsgerüche - von einem Tier oder einem Menschen, das konnte ich in diesem Moment nicht mehr unterscheiden. Man kann es nicht anders sagen: Es schmeckte wie in einer Kläranlage», sagte der Nachbar gegenüber Tele M1.

Mann liegt in Rheinfelden drei Monate tot in seiner Wohnung

Mann liegt drei Monate tot in seiner Wohnung

Natürlicher Todesfall

Schliesslich alarmiert der Pöstler eines Tages die Polizei. Die aufgebotenen Polizisten finden eine Leiche in der Wohnung. Es ist der Mieter der Wohnung. Laut Staatsanwaltschaft starb der Mann eines natürlichen Todes.

Doch wie kann es sein, dass über eine längere Zeit niemand etwas bemerkt? Das macht selbst den Nachbarn des verstorbenen Mannes nachdenklich: «Es ist tragisch, dass es Leute gibt, die keine Angehörigen, keine Freunde mehr haben», sagt er gegenüber Tele M1.

Kein Einzelfall

Fakt ist: Der Fall, der sich in Rheinfelden abspielte, ist kein Einzelfall. Immer wieder rückt die Polizei an Wohnorte aus, in denen die Gesetzeshüter tote Personen auffinden, die schon über eine längere Zeitspanne tot sein müssen, wie Polizeisprecher Bernhard Graser erklärt, der sogleich Tipps mit auf den Weg gibt:

«Hat man gerade ältere Personen in der Nachbarschaft, empfiehlt es sich, einmal mehr hinzuschauen oder auf den Briefkasten zu achten. Man kann auch die Polizei alarmieren. Es gibt immer wieder Fälle, bei denen Personen in ihren Wohnungen aufgefunden werden, die womöglich noch leben, aber hilflos in der Wohnung liegen.»

Gibt es im vorliegenden Fall tatsächlich keine Angehörigen und kein Dokument mit Bestattungswunsch, so wird die Leiche des Mannes kremiert, worauf diese in ein Gemeinschaftsgrab kommt. (nch)

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