«In einem schwierigen Marktumfeld hat die Energiedienst-Gruppe 2016 ein respektables Ergebnis erzielt, das besser war, als wir erwartet haben», sagte Martin Steiger, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Energiedienst Holding AG, bei der Vorstellung der Jahresbilanz. Das Betriebsergebnis vor Steuern und Zinsen lag im vergangenen Jahr bei 45,3 Millionen Euro. «Das sind 5,1 Millionen Euro weniger als 2015, aber deutlich über der Prognose vom Sommer 2016», berichtete Martin Steiger.

Wie stark umkämpft der Strommarkt ist, verdeutlichte Klaus Müller, Leiter für Finanzen und Personal: «Wenn Sie mal in eine Preisvergleich-Suchmaschine im Internet die Postleitzahl von Rheinfelden eingeben, bekommen Sie als Topangebot einen Anbieter aus Skandinavien.» Der starke Preisdruck ist daher einer der Gründe, warum Energiedienst im vergangenen Jahr 6,6 Prozent weniger Strom verkauft hat. In Deutschland sank der Absatz um 232 Kilowattstunden, in der Schweiz um 59 Millionen Kilowattstunden.

Gut läuft es im Gegensatz beim Gas. Der Absatz ist um rund 22 Prozent auf 271 Millionen Kilowattstunden gestiegen. «Da es uns gelingt, das Gas günstig einzukaufen, können wir den Kunden gute Angebote machen, die dann doch den einen oder anderen zum Wechsel motivieren», freute sich der Energiedienst-Chef.

Um sich auf dem Energiemarkt künftig weiter behaupten zu können, hat das Unternehmen neue Geschäftsfelder entwickelt. «Wir müssen unsere Entwicklung vom traditionellen Energieversorger zum innovativen Energiedienstleister schnell voranbringen», sagte Steiger.

Neue Angebote entstehen

So sollen Kunden künftig dabei unterstützt werden, selbst Energie zu produzieren. «Es ist schon ein wenig widersprüchlich, dass wir als Erzeuger Kunden animieren, Strom selbst zu erzeugen», sagte der Geschäftsführer und erklärte, dass Energiedienst jedoch nicht nur Geräte wie Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen oder Elektroautos anbietet, sondern die Kunden über den Verkauf hinaus betreue.

Dazu bietet das Unternehmen beispielsweise Photovoltaikanlagen an, baut diese ein und übernimmt die Wartung. Auch in die Infrastruktur mit Ladesäulen und dem Angebot von E-Carsharing in Südbaden und der Schweiz soll weiterhin kräftig investiert werden.

Neu ist, dass das Unternehmen Fahrzeuge direkt vermietet und verkauft. Auch in die Stärkung als Nahwärmpartner von Kommunen und Industriepartnern investiert das Unternehmen. So baut es derzeit in Rheinfelden ein entsprechendes Netzwerk auf.