Frick

Vom Mythos und der Wirklichkeit der Zähringer

Das Fricktaler Museum an der Marktgasse wartet auf Neugierige.   ach

Das Fricktaler Museum an der Marktgasse wartet auf Neugierige. ach

Eine Ausstellung im Fricktaler Museum erweckt das Mittelalter zum Leben.

Derzeit ist im Fricktaler Museum eine Ausstellung zu den Zähringern zu sehen. Die Initianten der Ausstellung, allen voran Historiker des alemannischen Instituts der Universität Freiburg im Breisgau, beleuchten die Wirklichkeit und den Mythos um das Geschlecht der Zähringer, ihre Stellung in der Reichspolitik oder ihr Verhältnis zum Geschlecht der Staufer, um nur ein paar Themen zu nennen.

In der zeitgenössischen Forschung wird neben dem Blick auf das höfische Leben und die Kultur der Ritter auch ein Blick auf das Leben des einfachen Volkes geworfen. Wie gestaltete sich das Leben in der Stadt gegenüber dem auf dem Lande.

Exponate machen die Geschichte greifbar

Die Ausstellung, die als Wanderausstellung konzipiert ist und in verschiedenen Zähringerstädten gezeigt wird, wird im Fricktaler Museum ortsspezifisch ergänzt. Die Anpassungen an Rheinfelden stellen Fragen nach den Spuren der Zähringer, die noch heute in der Stadt zu finden sind, aber auch die Bedeutung der Stadt für die Zähringer oder das Aussehen des Steins, als einem zähringischen Donjon, werden behandelt.

Exponate aus der Sammlung des Museums und wertvolle Leihgaben aus anderen Museen veranschaulichen die Geschichte und machen sie greifbar. Im Rahmen des Begleitprogramms beleuchten zwei Vorträge weitere Details aus der aktuellen Forschung.

Die mittelalterliche Stadtentstehungswelle

Heute Dienstag um 19.30 Uhr referiert Armand Baeriswyl, Historiker und Mittelalterarchäologe, zum Thema «Die mittelalterliche Stadtentstehungswelle – zweihundert Jahre, die das Angesicht Europas veränderten».

Die topografische Lage war schon im Mittelalter ausschlaggebend für die Entwicklung eines Ortes: Ein günstiger Übergang über einen Fluss, wie in Rheinfelden mit der Insel, eine gute Möglichkeit zur Verteidigung und ein Kreuzungspunkt von Handelswegen sind nur ein paar Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung.

An Handelswegen und Umschlagplätzen entstand ein hohes Arbeitsaufkommen, was wiederum weitere Menschen anzog, die daran partizipieren wollten. Langfristig war dies der Schlüssel zur erfolgreichen Entwicklung eines Ortes. Unter diesen Aspekten entstand im Hochmittelalter in Europa eine Stadtentwicklungswelle, die ganz Europa veränderte.

Die historischen Quellen aus dieser frühen Zeit gerade im Hinblick auf Relikte und Abbildungen sind sehr dünn. Aber eine jüngere Ansicht von Rheinfelden aus dem 17. Jahrhundert zeigt den bewehrten Flussübergang und die bereits attraktive Stadt.

Am Mittwoch, 30. Oktober, referiert Claudius Sieber Lehmann aus Basel, der vielen auch als einer der Autoren der Stadtgeschichte Rheinfeldens bekannt sein dürfte, um 19.30 Uhr über «Die Zähringer oder die Gnade des frühen Aussterbens einer Dynastie». Beide Vorträge finden im Rathaussaal Rheinfeldens statt.

Der Geschichte näher kommen

Natürlich sollen nicht nur die Erwachsenen auf Ihre Kosten kommen, auch für Kinder ist mit dem Angebot eines Mitmach-Nachmittags, den Susanne Ammann im Fricktaler Museum anbietet, eine Möglichkeit geschaffen, der sagenumwobenen Geschichte näher zu kommen.

Am Sonntag, 27. Oktober, von 14 bis 16 Uhr, steht das Thema «Es war einmal bei den Zähringern… Wir erfinden zusammen eine Geschichte…» auf dem Kinderprogramm der ersten bis vierten Schulklasse. Eine öffentliche Stadtführung zum Thema «Agnes von Rheinfelden – Herzogin von Zähringen» findet am Samstag, 20. Oktober, um 15 Uhr statt. (az)

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