Eine gelungene Mischung aus fröhlichem Reggae, energiegeladenem Ska und groovy Funk, unterlegt mit harten Beats, dröhnte aus den Lautsprechern. Ein Dutzend Musiker und Sänger wirbelten über die Bühne, vor der das Publikum tanzte und auf Aufforderung lautstark mitsang. Der gemeinsame Auftritt der Reggae-Big-Band Schwellheim aus Basel mit dem ebenfalls dort ansässigen Rap-Musiker Pyro begeisterte die Konzertbesucher.

Ein Leuchtturm und eine Walflosse

Als Hauptbühne diente ein riesiges, aus Holz gebautes Schiff. Als ob die Tanzenden in einem Meer stünden, erhob sich inmitten der Menge eine riesige Flosse wie bei einem abtauchenden Wal in die Luft. Im Rücken der Zuschauer ragte ein rot-weiss gestreifter Leuchtturm in den Himmel, der bei einsetzender Dunkelheit sein Lichtsignal in die Nacht aussandte.

Beim «Sichtfeld»-Open-Air sorgen schon die Kulissen für eine besondere Atmosphäre. Seit 2012 steht das Festival immer unter einem anderen Motto. Diesmal lautete es «Wältwiit». Von einem arktischen Eisberg, über einen Vulkan bis zu einem Dschungel gab es viel zu entdecken.

Liebevoll bauen die Mitglieder des Vereins und zahlreiche Helfer die meisten Kulissen und Bauten wie die Schiffsbühne, Leuchtturm, Bars und Buden sowie eine ganze Schiffsanlegestelle vor Ort. Eine Woche vorher hatten die 150 Vereinsmitglieder und Helfer mit dem Bauen begonnen. An den zwei Festivaltagen sind insgesamt 450 Helfer eingespannt, sagte OK-Präsident Rainer Demmler.

Er meinte, der Kulissenbau diene ihm als Informatiker als Ausgleich, wie vielen anderen auch, die sich zwei Wochen Ferien dafür nehmen. Sven Weber vom OK erklärte, dass in den letzten zwei Jahren 3000 Besucher oder mehr zum Festival kamen. 6000 Portionen Essen und 6000 Liter Bier warteten diesmal auf den Verzehr durch die Besucher.

An den zwei Festivaltagen standen 15 Bands und Einzelkünstler auf der Hauptbühne und der kleinen Bühne. Am Freitag rockten die Schweizer Interpreten Benji Bonus, Pyro & Schwellheim, Los Tros Flamingos, Bubi Eifach sowie Len Sander und die italienische Band Rumba de Bodas.

Eine Kostprobe in Bild und Ton:

Sichtfeld Open Air 2019: eine Kostprobe in Bild und Ton

Los Tros Flamingos, Pyro & Schwellheim.

Am Samstag begeisterten Dennis Kiss & The Sleepers, Les Touristes, Noti Wümié, Baze sowie Manta Youf aus der Schweiz und die französische Combo Lyre de Temps, die deutschen Künstler Roger & Sixkay, Russkaja aus Österreich und die US-amerikanischen Hiphopper Chali 2na & Krafty Kuts die Besucher. Zudem wechselten sich acht DJs ab, sodass in einer nachgebauten Hafenanlage die Techno- und Goa-Party nicht abriss.

Neben Tagesgästen kamen viele Festivalbesucher gleich für das ganze Wochenende und nächtigten in Zelten oder Wohnwagen. «Wir kommen zwar aus Frick, aber sind zum ersten Mal da», sagte Lea. «Es ist recht beeindruckend, was sie da auf die Beine gestellt haben.» Die Bands träfen nicht unbedingt alle ihren Geschmack, aber es sei einfach schön, dabei zu sein.

Auch ihr Begleiter Simon zeigte sich begeistert von dem Musikfestival mit den aussergewöhnlichen Kulissen. «Ich war zwei Jahre als Besucher hier», erzählte Lukas, der diesmal als Helfer schon vier Tage lang vorher im Einsatz war. Er lobte, die familiäre Atmosphäre des Festivals, wo sich alle Altersgruppen treffen. Auch musikalisch stimmte es für Lukas: «Die Vielseitigkeit ist unglaublich.»