Seit 48 Jahren gibt es die «Rückblende», eine Dorfchronik über das Jahresgeschehen in Wölflinswil und Oberhof. 120 Seiten umfasst das Werk, das am Montagabend im alten Gemeindehaus präsentiert wurde, dieses Jahr. Offensichtlich hat die engagierte sechsköpfige Kulturkommission viele Ideen und reichlich Zeit investiert und nebst einer breiten Informations-Palette mit einem «Dörfer-Abc» einen interessanten Schwerpunkt gesetzt.

Von Ankechübel an der Burgflue bis zur Versammlungswahl, die es in den beiden Dörfern nach wie vor gibt, von Dragoner Felix Freiermuth bis zu einer Zukunftsvision um 2066: «Es gibt dann keine Winter mehr mit Schnee», reichen die Abc-Notizen. Auch von einem Wetterstein bei Guido Treier ist zu lesen, die jüngste Ortsbürgerin in Wölflinswil ist Finnjaa Awa Bircher, die auch gleich im Kinderwagen in der Vorstellungsrunde dabei war. In Oberhof ist der Jüngste Ivan Erb und weiter ist zu erfahren, dass in den beiden Dörfern 365 oder 23 Prozent der Einwohner Ortsbürger sind.

Erstaunliches ist weiter über die sogenannte Hufeisennase, eine Fledermaus-Art, zu berichten, über die Imkerei, die Jagd und über die beiden Eier-Farmen von Hochreuter und Fricker mit einem Nutzhühner-Bestand von über 16 000 Stück.

Das Fernsehen zu Besuch

Einen guten Platz haben alle Jahre Schule und Kindergarten in der Jahreschronik, aber auch die Traditionsanlässe wie Eierlesen, Natur- und Kulturwoche, Herbstmärt und viele Vereins-Aktivitäten. Diese sind nicht nur bei den Schützen sehr vielfältig, sondern auch bei den Senioren, den Chören und vor allem im Sportbereich. Auch im Jugend-Rümli ist jeweils reger Betrieb. Das Leben in der Pfarrei und Kirchgemeinde wird in der diesjährigen Ausgabe der Chronik mit den traditionsreichen Tagen im Laufe eines Kirchenjahres dargestellt und deren Hintergründe etwas beleuchtet nach dem Leitwort: «Altes bewahren und Neues gestalten».

Von den Zwillingen Anton und Karl Schmid, welche den 90. Geburtstag feiern konnten, berichtet die Chronik, von der Unterkunft der Flüchtlinge in beiden Gemeinden bis hin zu der nach wie vor gut genutzten Gemeinschaftsgefrieranlage. Ein Elternverein wurde neu gegründet und Kreativität zeigte sich in den beiden Dorfschulen im Rahmen der Projektwoche vom Bauerhof- bis zum Wasserkraftwerkbesuch.

«Mini Beiz – dini Beiz» von SRF war im Drachenstübli zu Besuch, Lebensbäume wurden im Forst gepflanzt, das Milchhüsli musste in Oberhof schliessen und die Kontakte zwischen den beiden Oberhof in der Schweiz und in Deutschland führten zu einer gemeinsamen Berlineroberung, während der der Deutsche Bundestag besucht wurde. Kurzum: Die neueste «Rückblende» bietet eine grosse thematische Vielfalt.

Teamarbeit lohnt sich

Die Teamarbeit der sechs engagierten Frauen hat sich also einmal mehr gelohnt. Oft sind kleine oder gar unbedeutend scheinende Ereignisse und Kurzberichte schon nach kurzer Zeit von besonderem Wert. Über die Jahre zeigt die Dorfchronik die Veränderungen auf, aber auch Umbruch, Beständiges und Neues. Besonders wertvoll ist immer wieder die gute Illustration. Ein Bild sagt oft mehr als viele Worte. Für die Koordination und als wichtige Stütze für das Jahresprojekt fungierte einmal mehr die Gemeindekanzlei, was auch durch die Vertretung der beiden Gemeinderäte zum Ausdruck gebracht wurde. Die Chronik kommt jetzt in den Hausverkauf und kann für 20 Franken auf der Gemeindekanzlei oder im Dorfladen bezogen werden.