Möhlin

«Vollkatastrophe»: Mieter stirbt und hinterlässt 150 verwahrloste Schildkröten

Alleine mit 150 Schildkröten

Alleine mit 150 Schildkröten

Der 82-jährige Hansruedi Thommen weiss nicht mehr weiter: 150 verwahrloste Schildkröten leben in seinem Gewächshaus in Möhlin – zurückgelassen vom verstorbenen Mieter.

Es sieht aus wie auf einer Müllhalde: Im Gewächshaus in Möhlin leben 150 Schidlkröten, untergebracht in dreckigen Plastikbehältern und Aquarien. Wie alt das Wasser darin ist, weiss niemand. «Das ist eine Vollkatastrophe, wenn der Mensch mit den Tieren so umgeht», sagt Vermieter Hansruedi Thommen gegenüber «TeleM1». Das sei überhaupt nicht akzeptabel.

Vor zwei Jahren vermietete der Fricktaler sein Gewächshaus an einen Mann, der darin die Schildkröten hortete. Anfang Jahr verstarb der 53-jährige Mieter jedoch völlig überraschend. Nun bleibt Hansruedi Thommen auf den Tieren sitzen und weiss nicht weiter. «Ich kriege keine Miete, zahle den Strom und das Wasser. Und seine Familie sagte, es interessiere sie nicht», sagt der 82-Jährige. 

Die Familie hat unterdessen jemanden organisiert, der die Tiere ab und zu füttert. Die Miete von 2000 Franken zahlt sie jedoch nicht. «Offiziell müsste die Familie künden», sagt Thommen. Das sei aber nicht geschehen. Aufgrund der ausstehenden Mietzinsen hat er nun die Möglichkeit, den Vertrag zu künden. «Dann kann ich mit der Zeit auch eine Räumung verlangen.»

Ob die Tiere alle legal in der Schweiz sind und wie es mit ihnen weitergeht, weiss Thommen nicht. Immerhin: Am Freitag tauchten vier Polizisten und der Veterinärdienst auf und zählten sie.

Thommen wünscht sich für die Schildkröten nur eines: «Einen besseren Platz und eine normale Tierhaltung, wie es sich gehört, so dass sie einigermassen in der Gefangenschaft leben können.»

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