Wölflinswil
Voller Körpereinsatz für das Brauchtum gefragt

Beim Eierlesen auf dem Dorfplatz am Sonntagnachmittag hatten alle Generationen ihren Spass. Die beiden Partien liefern sich lange Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Sieger gewinnen mit acht Eiern Vorsprung.

Hans Christof Wagner
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Die Sagengestalten beleben seit je das Wölflinswiler Eierlesen.

Die Sagengestalten beleben seit je das Wölflinswiler Eierlesen.

Hans Christof Wagner

Als um Punkt 14 der Böllerschuss hoch über dem Dorf ertönte, war das der Auftakt für den Traditionsanlass: Chrüschmutti (Mike Bürcher), Oerkegeist (Dominik Müller), Osterhasen (Elias Peter und Noah Böller), Waldmensch (Tobias Treier), schwarze Männer (Nikolas Müller und Pascal Neuenschwander), Dorfpolizist (Lukas Röthlisberger), Waldbruder (Andreas Treier), Hühnermänner (Tobias Kleiner und Simon Meyer) und das Hochzeitspaar (Peter Gauder und Alain Münger) zogen ein.

René Treier (rechts) und Christoph Bircher hatten beim Fangen der Eier alle Hände voll zu tun
10 Bilder
Sie lieferten das Ausgangsmaterial für den Wölflinswiler Eierlauf
Lukas Treier warf die Eier, die René Treier und Christoph Bircher auffingen. Der Dorfpolizist (Lukas Röthlisberger) sah zu
Micha Müller (links) und Erich Herzog waren die Fänger von Phillip Treier
Der Dorfpolizist (Lukas Röthlisberger) sorgte für Ordnung
Die beiden Osterhasen begleiteten das Geschehen in der Wölflinswiler Dorfmitte
Lukas Treier beim Werfen
Die Sagengestalten beleben seit jeher das Wölflinswiler Eierlesen
Gegen 14 Uhr zogen Läufer und Sagengestalten am Dorfplatz ein
150 Eier mass die Strecke für jeden der beiden Läufer

René Treier (rechts) und Christoph Bircher hatten beim Fangen der Eier alle Hände voll zu tun

Hans Christof Wagner

Ihnen voran marschierten Philipp Treier und Lukas Treier, die diesjährigen Läufer. Wie jedes Jahr hatten sie ein strenges Laufpensum zu erledigen: 150 Eier auf jeder Bahn. Diese galt es möglichst unbeschadet auf eine Distanz von zehn Metern in mit Spreu gefüllte Körbe zu werfen. Verfehlte der Läufer den Korb und zerbrach das Ei am Boden, musste er nochmals leer laufen und verlor damit wertvolle Zeit. Jedes zehnte Ei war nicht weiss, sondern bunt gefärbt. Dem Brauch nach müssen es die Läufer einem Kind schenken, wenn dieses in der Nähe wartet. Insgesamt brachten es Philipp und Lukas Treier auf je rund zehn Kilometer Laufstrecke.

Doch die Aktion war auch für die Fänger eine Herausforderung. Im Team von Lukas Treier waren das René Treier und Christoph Bircher, in Philipp Treiers Mannschaft hiessen sie Micha Müller und Erich Herzog. Sie alle mussten sich ganz schön ins Zeug legen und die Körbe nach dem Flug der Eier ausrichten. So manchen Hechtsprung bekamen die Zuschauer auf dem Dorfplatz zu sehen – voller Körpereinsatz für das Brauchtum. Lange zog sich die Partie relativ ausgewogen hin. Beide Teams hatten in etwa gleich viele Eier vorzuweisen. Gegen 15 Uhr stand es 22 zu 22. Und auch am Ende, um 15.45 Uhr, hatte Lukas Treier nur knapp die Nase vorn. Mit acht Eiern Vorsprung gewann er das Wölflinswiler Eierlesen 2016.

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