Laufenburg
Voller Erfolg: Franz Hohler begeisterte mit seinen Spaziergängen

Als letztes Highlight im Jubiläumsjahr der Bibliothek Laufenburg war Franz Hohler zu Gast. Ein voller Erfolg: Der Autor begeisterte rund 120 Zuhörer mit seinen Texten.

Marc Fischer
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Als Geschichtenerzähler in seinem Element: Franz Hohler.

Als Geschichtenerzähler in seinem Element: Franz Hohler.

mf

«Ich freue mich, dass das halbe Fricktal hier ist.» Nicht nur die Leiterin der Bibliothek Laufenburg, Christa Fischer, freute sich über den grossen Publikumsaufmarsch im Schulhaus Burgmatt, auch Franz Hohler war sichtlich zufrieden und begrüsste die Anwesenden mit obigen Worten. Und so wollte er dann seine Zuhörer auch nicht warten lassen und las aus seinem dieses Jahr erschienenen Buch «Spaziergänge».

Das Werk umfasst 52 kurze Geschichten, die jeweils von einem Spaziergang erzählen. Im vergangenen Jahr machte sich Hohler nämlich jede Woche auf zu einem Spaziergang.

In seinen Kurzgeschichten gelingt es Franz Hohler meisterhaft, das Alltägliche ins Zentrum zu rücken. Hier ist ein Hochregallager angeschrieben, da nimmt der Spaziergänger ein Bad im See und dort unterquert er zusammen mit einem Flüsschen eine Strasse. Plötzlich hat Schweden vier Buchstaben und liegt irgendwo in Dietlikon – zumindest als Möbelhaus. Oder es steigen asiatische Männer aus einem Bus in Zürich aus – an der Haltestelle «Hoffnung».

Apropos asiatisch: Asien spielt unverhofft auch im Fricktaler Spaziergang eine Rolle, in dem Hohler mit seinen Söhnen den Arbeitsweg seines Grossvaters nachschreitet. Dieser führt von Zuzgen, der Heimat des Grossvaters, nach Mumpf und dann via Fähre nach Bad Säckingen in eine Bandweberei. In Bad Säckingen angekommen, geht die Geschichte dann in der Vorstellungskraft des Autors weiter – und die Liebesgeschichte der Grosseltern wird in wenigen Worten skizziert, ehe der Spaziergang von Vater und Söhnen wieder real in einem asiatischen Imbiss endet.

Den Geschichten ist gemeinsam, dass sie den Zuhörer immer wieder zum Schmunzeln bringen und nur wenige Augenblicke später ein tiefgründiger Denkanstoss folgt. So verging der Spaziergang durch die «Spaziergänge» wie im Flug und endete passenderweise mit einem Spaziergang des Autors durch die eigene Bibliothek, seinem «geistigen Generalabonnement».

Zwischen den Spaziergängen liess Hohler die Anwesenden kurz an seinem Mundart-Schaffen teilhaben und am Ende – als fulminanter Schlusspunkt – begeisterte er mit einigen Nonsense-Versen aus dem Kinderbuch «Es war einmal ein Igel». Lang anhaltender Applaus war ihm sicher und beim Abgang von der Bühne vergass Hohler nicht, der Bibliothek Laufenburg zum 20. Geburtstag zu gratulieren und anzukündigen: «In 20 Jahren komme ich gerne wieder.»