Die Fasnächtler aus Möhlin haben ihre spitze Zunge wieder. Ungewohnt handzahm hatten sie sich im letzten Jahr auf das Sujet «Mir jubiliere!» geeinigt, in Anlehnung an die diversen Jubiläen im Dorf. Dieses Jahr tönt das Motto der Meler Galgevögel (MGV) und der Fasnachtzunft Ryburg (FZR) weitaus angriffslustiger: «Verlochte Stutz für de Dänkmolschutz».

Unschwer zu erraten: Es geht um die Villa Kym. Rund 4,3 Millionen Franken investierte die Gemeinde in die ehemalige denkmalgeschützte Herrschaftsresidenz und richtete darin sieben Alterswohnungen ein. «Bei der Wahl des Sujets waren wir uns dieses Jahr schnell einig. Die Villa Kym bot sich einfach an», sagt MGV-Präsident Tobi Schürch.

Auf der Plakette ist das Gebäude als Fass ohne Boden dargestellt. Oben stopft die Ryburger Moraltante die Geldnoten rein, unten regnen die Münzen wieder heraus. Der Meler Galgevogel schaut resigniert weg. «Wenn d’Gmei anere alte Hütte avo duet risse, duets am Schluss meischtens dr Stürzahler bschisse», heisst es dazu im Plakettenspruch. «De Bou duet s Budget scho längschtens spränge, für zwei roschtigi Chischte als Badzimmer duets grad no länge.»

Eine närrische Ehre

MGV-Präsident Schürch und FZR-Vizezunftmeisterin Renate Erni glauben nicht, dass der Gemeinderat ihnen die Sprüche übel nimmt. «Schliesslich ist es eine Ehre, wenn man es auf die Plakette schafft», sagt Schürch und lacht. Entworfen wurde die Plakette von Hanspeter Hänggi. Rund 4500 Exemplare kommen in den Verkauf. Schürch wird nicht müde zu betonen, wie wichtig dieser für die MGV und FZR ist: «Wir finanzieren die Fasnacht davon. Das Tragen ist Ehrensache.» Die Plakette ist ab sofort im Dorf erhältlich, in Gold, Silber und Bronze. Eröffnet wird die Fasnacht am 1. Faisse, 29. Januar.

Traditionell überreicht Ammann Fredy Böni den Fasnächtlern um 18.45 Uhr auf dem Gemeindehausplatz den Schlüssel zum Gemeindehaus. Um 20.11 Uhr empfängt die FZR beim Narrenbrunnen den Bürkligeischt. Die eigentlichen Highlights der Fasnacht in Möhlin sind dann am Fasnachtssonntag (15. Februar) und -dienstag (17. Februar) die grossen Umzüge mit Dutzenden Wagen und Gruppen.

Zu Gast sind in diesem Jahr Guggen aus Bern, Basel und Luzern. «Das zeigt, welch guten Ruf unsere Fasnacht hat», sagt Schürch. Auch am Guggekonzert am Montag (16. Januar) sind Gäste aus Frauenfeld und Gunzwil (LU) angemeldet.

Etwas Neues hat sich die Ryburger Fasnachtzunft ausgedacht: Die Drumbelerstube gibt es wie schon im letzten Jahr nicht mehr. An ihre Stelle tritt nun die Zunftstube in Möhlin auf dem Bürgerhausplatz. «So entsteht ein richtiges Fasnachtszentrum an der Hauptstrasse», sagt Erni.