Rheinfelden

Viertklässler sammeln einen ganzen Turm voll stinkendem Abfall

Strassenmeister René Hahn füllt den von den Kindern gesammelten Abfall in eine Plexiglas-Box. Diese wird auf dem Zähringerplatz ausgestellt. nbo

Strassenmeister René Hahn füllt den von den Kindern gesammelten Abfall in eine Plexiglas-Box. Diese wird auf dem Zähringerplatz ausgestellt. nbo

Über 100 Schülerinnen und Schüler aus Rheinfelden setzen am «Clean-up-Day» ein Zeichen gegen Littering. Sie sammeln in den Gebieten Engerfeld, um den Kohlplatz und den Dianapark den Müll ein. Dieser soll nun auf dem Zähringerplatz ausgestellt werden.

René Hahn kann es nicht so richtig fassen. Erst vor ein paar Tagen hat er neben der Finnenbahn im Rheinfelder Wald ein Zelt entdeckt. Aufgestellt für eine Party und dann einfach stehen gelassen. «Kaum zu glauben», sagt der Strassenmeister und stellvertretende Leiter des Werkhofs. Klar, das ist ein extremer Fall von Littering, wie er nur selten vorkommt. Aber eine Aktion von über 110 Schülerinnen und Schülern aus Rheinfelden zeigt, wie viel Abfall sonst auf der Strasse oder im Wald statt im Abfalleimer landet.

Mit Abfallzange unterwegs

Im Rahmen des nationalen «Clean-up-Day» machten sich die Viertklässler daran, Rheinfelden vom Abfall zu befreien. Ausgerüstet mit gelben Westen, Abfallsäcken, Handschuhen und Abfallzangen und unterstützt von Lehrpersonen und Werkhof-Mitarbeitern zogen sie am Mittwochmorgen vom Werkhof los. Auf vier verschiedenen Routen sammelten sie Abfall in den Gebieten Engerfeld, um den Kohlplatz und den Dianapark. Gebiete, die erfahrungsgemäss stark von Littering betroffen seien, wie Strassenmeister Hahn sagt.

Den gesammelten Müll brachten sie zum Werkhof zurück, wo René Hahn ihn in einen grossen Plexiglas-Turm füllte. Ganz zu füllen vermochten die gesammelten Abfälle den Turm nicht. «Aber es ist schon beeindruckend, was in zwei Stunden alles zusammenkommt», sagte Stadtrat Hans Gloor. Vieles würde dabei eigentlich gar nicht in den normalen Kehricht gehören: Gesammelt haben die Schüler nämlich zu einem grossen Teil leere Dosen, PET- oder Glasflaschen – Dinge, die immer wieder im Wald oder am Rheinufer liegen blieben, wie Hahn sagte.

Als Mahnmal in der Stadt

Stadtrat Hans Gloor lobte die Schüler für ihren Einsatz und mahnte sie auch noch gleichzeitig, selber nichts einfach auf die Strasse zu werfen. «Wie ihr wisst, werden Tiere vom Abfall krank und auch die Werkhof-Mitarbeiter haben keinen Spass daran, wenn sie den Müll wegräumen müssen», so Gloor. «Deshalb ist es besser, wenn ihr den Abfall in der Schule oder zu Hause entsorgt.» Auch ihre Kollegen sollen die Schüler dazu mahnen, Abfalleimer zu nutzen.

Als Mahnmal gegen Littering soll der gesammelte Abfall-Turm in den kommenden Tagen auf dem Zähringerplatz aufgestellt werden. «Um zu zeigen, was alles an Abfall anfällt», sagte Stadtrat Gloor. All zu lange dürfte der Turm aber nicht stehen bleiben – zu sehr stinkt der Müll schon jetzt.

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