Einen schlimmen Unfall gab es im Unterdorf von Gipf-Oberfrick in der Mühligass, teils direkt auf der kleinen Brücke über den Bruggbach. Ein Auto und ein Lastwagen krachten heftig zusammen, ein Traktor fuhr von hinten auf den Lastwagen auf. Vier Verletzte, teils schwer, sowie auslaufende Flüssigkeit aus dem Tank des Lastwagenanhängers forderten die Stützpunktfeuerwehr Frick.

In diesem Fall war es zum Glück nur das Szenario an der diesjährigen Endprobe – aber sehr anschaulich und eindrücklich dargestellt. Ziel solcher Übungen ist es, zu zeigen, welche Hilfen im Ernstfall möglich sind, welche Kompetenzen und Fähigkeiten die Einsatzkräfte mitbringen und welche Materialien zur Rettung vorhanden sind.

Das Interesse der vielen Zuschauer war riesig. Ein qualmendes Auto stand verbeult nahe eines Hauses, Dämpfe strömten aus, die beiden Insassen waren nicht mehr ansprechbar. Auch der Fahrer des Lastwagens war verletzt ebenso wie der Lenker des Traktors. Der Dieseltank des Anhängers leckte erheblich, teils lief die Flüssigkeit in den Bruggbach.

Mit enormen Tempo kamen die Feuerwehrfahrzeuge zum Unfallort, zügig, aber bestens koordiniert lief die Hilfsaktion an. Ärzte, Sanitäter, Polizei, Chemiefachberater, Brand- und Umweltschutz sowie Pionierspezialisten standen parat. Einsatzleiter und Stabschef Roger Weber hielt alle Fäden in der Hand. Die unmittelbaren Aufgaben waren: das Gebiet sichern, Verletzte bergen sowie der auslaufenden Flüssigkeit so gut es geht Einhalt zu gebieten. Dazu muss an vieles gedacht werden: eine Übersicht des Auto-Innenraumes herstellen, die Antriebsart ermitteln, verletzte Personen stabilisieren, bergen und erstversorgen. Im Übungsfall am Samstag war das nur mit schwerem Gerät möglich, das Auto musste aufgeschnitten werden.

Weitere Einsatzkräfte waren damit befasst, den auslaufenden Diesel aus dem Tankanhänger aufzufangen. Teils wurde er umgepumpt, teils lief er in Planen, vor allem jedoch mussten Bachsperren errichtet werden. Die erste Holzsperre mit Bindern konnte in nur etwa 50 Metern vom Unfallort errichtet werden. 80 Prozent der Verschmutzungen fingen die Feuerwehrleute hier ein. Nach etwa weiteren 50 Metern war die zweite Walmotsperre installiert, um die restlichen Verunreinigungen aufzufangen. Im «Glücksfall» können die Verunreinigungen leichter sein als Wasser und schwimmen oben. Die kann man gut herausfischen. Andere sind schwerer, sinken nach unten, machen wegen der möglichen Langzeitwirkung grössere Probleme. Den grössten Aufwand verursachen wasserlösliche Stoffe. Explosionsgefahren müssen ausgeschlossen, die Wasserfliessgeschwindigkeit ermittelt, Bindemittel eingesetzt werden und vieles mehr.

Es war ein spannender Nachmittag für die Zuschauer. Roger Weber fasste zum Schluss noch einmal den Einsatz nach der GAMS-Regel zusammen: Gefahr erkennen (und beurteilen), absperren, Menschen und Tiere retten, Spezialkräfte einbeziehen.