Fricktal

Vier Senkungen und ein sprunghafter Anstieg bei den Steuerfüssen im Fricktal

Dass die Gemeinden ab nächstem Jahr mehr Kosten übernehmen müssen, schlägt sich (noch) nicht in den Steuerfüssen nieder.

Dass die Gemeinden ab nächstem Jahr mehr Kosten übernehmen müssen, schlägt sich (noch) nicht in den Steuerfüssen nieder.

Die Steuerfüsse bleiben im Fricktal mehrheitlich stabil. In vier Gemeinden wurden die Steuern heruntergesetzt und in Kaiseraugst um ganze 15 Prozent erhöht. Die Kostenabwälzungen durch den Kanton geben aber zu Sorgen Anlass.

Die Vorweihnachtszeit ist jeweils auch die Zeit der Budgetgemeindeversammlungen. Landauf landab beraten die Stimmberechtigten die Voranschläge ihrer Gemeinderäte und legen die Steuerfüsse für das kommende Jahr fest. Nun, Mitte Dezember, stehen im Fricktal alle Steuerfüsse das kommende Jahr fest und es zeigt sich dabei ein überraschendes Resultat: Obwohl vielerorts die steigenden Abwälzungen von Kosten von Kantons- auf Gemeindeebene beklagt werden, haben vier Gemeinden den Steuerfuss für das kommende Jahr gesenkt. Eine Erhöhung - dafür gleich um 15 Prozent - wird einzig in Kaiseraugst vorgenommen. In den übrigen Gemeinden bleiben die Steuerfüsse unverändert.

Der Kaiseraugster Gemeinderat begründete die beantragte Erhöhung von 75 auf 90 Prozent mit einem Wegfall bei den Aktiensteuern sowie mit neuen Belastungen bei Spital- und Pflegefinanzierung, die vom Kanton an die Gemeinden übertragen werden. Der Souverän schluckte die Pille, auch wenn sich der Gemeinderat vorwerfen lassen musste, in den letzten Jahren eine zu lockere Ausgabenpolitik verfolgt zu haben.

Trösten können sich die Kaiseraugster aber weiterhin mit der Tatsache, dass ihr Steuerfuss unterdurchschnittlich ist. Die Spitzenreiterposition allerdings mussten sie durch die Erhöhung abgeben, neu ist Sisseln (80%) das steuergünstigste Dorf. Für den Sissler Gemeindeammann Rainer Schaub hat die Rangliste keinen besonderen Stellenwert. Es gehe darum, ein «attraktives Gesamtangebot» zu bieten. Der tiefe Steuerfuss lasse sich darauf zurückführen, dass Sisseln durch die Lage der Gemeinde sowohl für die Industrie als auch als Wohnort sehr attraktiv sei.

Erhöhung abgelehnt

Ähnliche Begründungen wie in Kaiseraugst waren im Vorfeld der «Gmeind» auch vom Laufenburger Stadtrat zu hören. 70 Prozent der Ausgaben von Laufenburg seien gebunden und könnten nicht direkt beeinflusst werden, hatte Stadtammann Rudolf Lüscher den Antrag um eine Erhöhung des Steuerfusses von 104 auf 109 Prozent gegenüber der az begründet. Die Stimmbürger folgten dem Stadtrat nicht und entschieden sich für eine Beibehaltung des tieferen Steuersatzes. Der Zeitpunkt nur zwei Jahre nach der Fusion sei ungünstig und zudem hätte die Stadt noch genügend Bilanzreserven, so der Tenor.

Senkung an der Versammlung

In Schupfart führte ein Antrag aus der Versammlung zu einer Senkung des Steuerfusses um drei Prozent. Der Gemeinderat unterstützte den Antrag, da er gegen Ende der Budgetierungsphase noch neue Zahlen vom Kanton erhalten hatte. Höhere Steuereinnahmen im Jahr 2011 und eine Umschuldung zu einem tieferen Zinssatz, ermöglichten letztlich die Steuersenkung auf 115 Prozent.

Bereits im Vorfeld beantragt und vom Souverän mit gutgeheissen wurden die Steuersenkungen in Zeihen, Mettauertal und in dieser Woche auch in Rheinfelden. Im Bezirkshauptort des Unteren Fricktals wird der Steuerfuss von 105 auf 100 Prozent reduziert. In Zeihen und Mettauertal beträgt die Senkung zwei Prozent, der Steuerfuss liegt in Zeihen neu bei 117 in Mettauertal bei 107 Prozent.

Steurfüsse im Fricktal

Steurfüsse im Fricktal

Besonders auffällig ist die Senkung in Mettauertal, wo der Steuersatz erst vor Jahresfrist um neun Prozent gesenkt worden war. Gemeindeammann Weber sagte im Vorfeld der Gemeindeversammlung gegenüber der az: «Wir sind mehr oder weniger schuldenfrei.» Doch auch er weiss, dass im kommenden Jahr aufgrund der bevorstehenden Kostenabwälzungen möglicherweise alles schon wieder anders aussieht. Dann sei eben eine Neubeurteilung der Lage nötig.

Grosse Spannweite

Diese Neubeurteilung wird sicherlich allerorts vorgenommen werden, bereits in diesem Jahr wiesen verschiedene Gemeinden auf die steigenden Kosten im Jahr 2013 hin, entschieden sich aber, den Steuerfuss noch beizubehalten. Wie eine Übersicht zeigt, weist das Fricktal eine grosse Spannweite auf, was die Steuerfüsse anbelangt.

Unter 100 Prozent, und damit die steuergünstigsten Gemeinden sind: Sisseln (80%), Kaiseraugst (90%), Münchwilen (96%), Stein (98%) und Frick (99%). Am anderen Ende der Rangliste liegen gleich neun Gemeinden mit einem Steuerfuss von 120 Prozent und mehr.

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