Laufenburg
Vier Neue und eine berührende Ehrung

Mit dem traditionellen Hauptbott hat die Narro-Altfischerzunft die fünfte Jahreszeit eingeläutet.

Markus Vonberg
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Werner Lehmann (links) wurde am Hauptbott geehrt. Er ist seit 65 Jahren Zunftbruder. Auch weitere Narronen feierten ein Jubiläum. Bild: Fotostudio Höckendorff

Werner Lehmann (links) wurde am Hauptbott geehrt. Er ist seit 65 Jahren Zunftbruder. Auch weitere Narronen feierten ein Jubiläum. Bild: Fotostudio Höckendorff

Markus Vonberg

Die Pflege des Brauchtums und der Kameradschaft, das sei für die Mitglieder der Narro-Altfischerzunft 1386 Laufenburg selbst gestaltete Heimat, betonte Claus Epting, Zunftmeister der gastgebenden Minderen, beim Hauptbott 2017. Rund 200 Narronen sowie geladene Vertreter aus Kommunalpolitik, Kirche und Fasnacht hatten sich hierzu am Abend des ersten Faissen im Pfarrsaal Heilig-Geist eingefunden. Unter den Gästen war auch Roland Wehrle, frisch wiedergewählter Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN).

Seit 1386: Zunftgeschichte

Die Narro-Altfischerzunft Laufenburg führt ihre Geschichte auf ein von Herzog Leopold III. 1386 gewährtes Privileg zurück. 1924 wurde die Zunft in ihrer modernen Form geschaffen. Sie zählt derzeit 49 Zunftbrüder in der mehreren Stadt (Laufenburg/CH) und 70 in der minderen Stadt (Laufenburg/D). Zunftmeister sind René Leuenberger junior (Mehrere) und Claus Epting (Mindere). Der jährliche Hauptbott wird abwechselnd bei den Mehreren oder den Minderen abgehalten.

«Biedermänner» aufgenommen

«Darauf, was die Narro-Altfischerzunft präsentiert, ist ein VSAN-Präsident stolz», betonte Wehrle in seinem Grusswort. Viele andere der VSAN-Zünfte wären gut beraten, ähnlich hohe Kriterien anzulegen, wie die Laufenburger, erklärte Wehrle. Bei der Aufnahme schwören die neuen Narronen bei Kerzenlicht vor einem Totenkopf: «Ich verspreche, von heute ab der Narro-Altfischerzunft 1386 Laufenburg anzugehören, damit ich meiner Vorfahren würdig werde. Ebenso gelobe ich, die Satzungen und Ordnungen der Zunft getreu zu bewahren, zu hegen und zu pflegen, bis an mein selig Ende!»

Vier «Biedermänner» taten am Donnerstag den Eid. Aus der minderen Stadt, dem badischen Laufenburg, nahm Claus Epting als Zunftmeister Niklas Arzner, Norbert Lederle und Markus Eschbach das Versprechen ab. René Leuenberger junior, Zunftmeister der Mehreren, tat dies bei Thomas Bleile, der einzigen Neuaufnahme aus dem Schweizer Laufenburg.

Seit 65 Jahren Zunftbruder

Die Neuaufnahmen sind der Höhepunkt jedes Hauptbotts. Der für viele ergreifendste Moment aber war, als Ehrenzunftmeister Charly Oberle seinen Zunftbruder Werner Lehmann auf die Bühne geleitete. 65 Jahre gehört der Zunft an. Er war bei den Minderen einer der ersten Tambouren und bildete auch seit 1969 Jungtambouren aus. 1975 bis 1990 stand Lehmann den Minderen als Zunftmeister vor, seit 1994 ist er Ehrenzunftmeister. Die Narronen applaudierten stehend, als Epting Lehmann die Ehrungsurkunde überreichte.

Für 25 Jahre Mitgliedschaft ehrte Epting unter den Minderen Detlef Kopetzky und Peter Strittmatter. 15 Jahre sind Michael Berger und Ralf Rudigier aus dem badischen sowie aus dem Schweizer Laufenburg Bannerträger Simon Obrist und der entschuldigt fehlende Erich Howald Narronen. Obrist erhielt seine Urkunde aus den Händen seines Zunftmeisters Leuenberger. Remo Müller trat erstmals als Zunftschryber der Mehreren auf. Er hatte die originelle Idee, den Akteuren des vergangenen Hauptbotts das Protokoll als Pöstler zuzustellen, der indiskret den Inhalt seiner Briefe verlas.

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