Laufenburg
Verunsicherung wegen Asylunterkunft – Polizei wird an Fasnacht mehr patrouillieren

Angebliche sexuelle Übergriffe in der unterirdischen Asylunterkunft in Laufenburg schüren Verunsicherung. Das Polizeiaufgebot wird während der Fasnacht erhöht.

Dennis Kalt
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Thumb for 'Versuchte Vergewaltigung in Laufenburg: Das sagen Sandra Zuber, Sprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft, und Balz Bruder, Sprecher des Aargauer Sozialdepartements zu dem Fall.'

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«Wir haben viele Meldungen von besorgten Einwohnern erhalten, die ihre Bedenken und ihren Unmut kundgetan haben», sagt Herbert Weiss, Stadtammann von Laufenburg. Grund für die Verunsicherungen, die derzeit in der Stadt spürbar sind, ist eine Bekanntgabe der Staatsanwaltschaft Aargau: Ein Sudanese soll in der unterirdischen Asylunterkunft beim Spital Laufenburg vor rund zwei Wochen versucht haben, eine Betreuerin zu vergewaltigen. Die Ermittlungen laufen.

Kein Geheimnis ist, dass Weiss, der Gemeinderat sowie ein Grossteil der Einwohner von dem Vorhaben des Kantons, eine unterirdische Asylunterkunft in Laufenburg zu betreiben, nicht gerade begeistert waren: «Unsere Bedingung war, dass der Sicherheit innerhalb und ausserhalb der Asylunterkunft Rechnung getragen wird. Diese Bedingung wurde durch das Sicherheitskonzept des Kantons und der Betreuungsfirma ORS bisher ohne Beanstandung erfüllt», sagt Weiss.

Dennoch dürfe man sich über ein gewisses Konfliktpotenzial und Vorfälle nicht wundern, wenn man junge Männer unterschiedlicher Ethnien unter der Erde und auf engem Raum zusammenpfercht, so der Stadtammann.

Bedauerlicher Vorfall

Balz Bruder, Leiter der Kommunikation Departement Gesundheit und Soziales, bezeichnet den Vorfall als «äusserst bedauerlich» und unterstreicht die Einschätzung des Stadtammanns: «Wenn viele Menschen auf engem Raum zusammenleben, ergeben sich natürlich grössere Konfliktpotenziale als in anderen Kontexten. Und auch die unterirdische Unterbringung macht das Zusammenleben mit Sicherheit anspruchsvoller.» Dennoch seien unmittelbare Änderungen im Betreuungsdispositiv nicht notwendig, sagt Bruder.

Auf die Frage, ob es eine Strategie ist, nur noch männliche Personen als Betreuer einzusetzen, um etwaigen sexuellen Übergriffen zuvorzukommen, entgegnet Bruder: «Der Einsatz von weiblichen Betreuungspersonen ist bewusst vorgesehen und wird weitergeführt.» So sei es wichtig, dass die Asylsuchenden mit dem kulturellen Umfeld ihres Gastlandes und den Regeln, die hier gelten, vertraut gemacht würden und sich entsprechend verhielten.

Mehr Polizisten an Fasnacht

Vor dem Hintergrund dieses Vorfalls hat sich die Stadt mit ORS, der Regional- und Kantonspolizei sowie der OK Städtlefasnacht an einen Tisch gesetzt, um ein umfassendes Sicherheitskonzept für das närrische Treiben an diesem Wochenende auf die Beine zu stellen: «Es werden vermehrt Einsatzkräfte der Polizei patrouillieren. Vorfälle wie in Köln wird es bei uns nicht geben», betont Weiss.

Natürlich könne man den Bewohnern der Asylunterkunft nicht verbieten, sich in der Stadt frei zu bewegen. Der Gemeinderat rät ihnen jedoch dazu, «nicht in grossen Gruppen aufzutreten», sagt Weiss. Weiter werde man die Asylbewohner auf das kulturelle Brauchtum der Fasnacht – Konfettiwerfen und Maskentragen – sensibilisieren.

Sowohl Bruder als auch die Betreuungsfirma ORS betonen, dass es sich bei den Ereignissen in Laufenburg um einen «Einzelfall» handle. ORS liess verlauten, dass man sich zu dem Vorfall nicht weiter äussern werde.

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