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Vertiefte Abklärungen: Kaister Jugendarbeit wird noch nicht professioneller

Die Professionalisierung der Jugendarbeit kommt nicht an die «Gmeind». Der Gemeinderat will, dass das Konzept dazu weiter überarbeitet wird. Die Jugendlichen waren darüber erst etwas enttäuscht.

Marc Fischer
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Daniel Müller, Franziska Winter, Marco Zaugg und Arsène Perroud (v.l.) werden das Jugendkonzept weiterverfolgen. Mf

Daniel Müller, Franziska Winter, Marco Zaugg und Arsène Perroud (v.l.) werden das Jugendkonzept weiterverfolgen. Mf

Marc Fischer

«Seit 2009 besteht die Kaister Jugendkommission, sie stösst aber mit ihren Aktivitäten an fachliche und zeitliche Grenzen», blickte Daniel Müller, Vertreter des Jugendvereins «Rendez-vous in der Jugendkommission (Juko) auf die Ausgangslage zurück. Deshalb habe die Juko in Gesprächen mit dem Gemeinderat angeregt, ein Gesamtkonzept für die Jugend im Dorf zu erstellen und die Jugendarbeit bedarfsgerecht zu professionalisieren.

Bedürfnisse und Eckwerte

Anfang 2013 fand die Bedarfsabklärung statt, als externer Fachmann und Berater wurde mit Arsène Perroud ein Fachmann für Jugendfragen beigezogen und eine Bedarfsabklärung begann.

Perroud liess am Dienstag die Hauptbedürfnisse aus den verschiedenen Anlässen mit Jugendlichen und Erwachsenen Revue passieren: Angebote für 12- bis 14-Jährige, weitere Räume und Plätze, wo sich die Jugendlichen treffen können, Mitgestaltung der Angebote durch die Jugendlichen und eine Professionalisierung der Jugendarbeit.

«Aus diesen Ergebnissen haben wir Eckwerte, Ziele und Leistungen abgeleitet und ein Umsetzungskonzept erstellt», führte Perroud weiter aus. Die Leistungen eines professionellen Jugendarbeiters mit einem 40-Prozent-Pensum sollten Animation und Beratung von Jugendlichen und Trägerschaft umfassen.

«Die jährlichen Gesamtkosten zur Umsetzung des erarbeiteten Konzeptes würden rund 64 000 Franken betragen», so Perroud. Angedacht war eine Pilotphase von April 2014 bis Ende 2016.

12 500 Franken mehr im Budget

Das Konzept wurde anschliessend dem Gemeinderat zur Beratung vorgelegt. «Das Anliegen ist uns sehr wichtig», betont Gemeinderat Marco Zaugg, «doch der Gesamtgemeinderat hätte sich mehr Varianten erhofft.»

Zudem werde im Konzept der neuen Tatsache noch nicht Rechnung getragen, dass Laufenburg ab 2016 Oberstufenstandort sei. Und: Der Gemeinderat sieht in einer Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden Potenzial.

Deshalb kam der Gemeinderat zum Entscheid, das Jugendkonzept nicht an der Wintergemeinde vorzulegen, sondern vertieftere Abklärungen vorzunehmen. «Wir haben allerdings 12 500 Franken mehr ins Budget genommen um zusätzliche Mittel für die Jugendarbeit bereitzustellen», betonte Vizeammann Franziska Winter.

Erst vor den Kopf gestossen

«Anfänglich war die Juko etwas vor den Kopf gestossen ob des Entscheids», gibt Daniel Müller zu. Wichtig sei aber, dass das Projekt nicht begraben sei, sondern überarbeitet werde.«Wir schalten einfach vom fünften in den zweiten oder dritten Gang zurück.»

Auch die Jugendlichen könnten nach der ersten Enttäuschung damit gut leben. «Politische Entscheidungsprozesse haben ein anderes Tempo, als sich die Jugendlichen gewöhnt sind», ergänzte Perroud.

Wichtig sind für alle Beteiligten zwei Punkte. «Eine Zusammenarbeit mit umliegenden Gemeinden auf struktureller Ebene bedeutet nicht, dass das Angebot vor Ort anders aussehen wird», betonte Daniel Müller.

Dies ist insofern wichtig, weil die Bedarfsabklärung auch ergeben hat, dass die Kaister Jugendlichen auf ihr Dorf fokussiert sind. Und: Die Juko wird im nächsten Jahresprogramm bereits Anliegen der Jugendlichen aufnehmen und Anlässe für Jüngere anbieten und versuchen mit den vorhandenen Ressourcen möglichst viel zu erreichen. «Ziel bleibt aber eine Fachperson», so Müller abschliessend.