Rheinfelden
«Verrückt und sympathisch»: Das «White House» übernimmt bei «Mini Beiz, dini Beiz» die Führung

Noch bleiben zwei Runden im SRF-Duell «Mini Beiz, dini Beiz». Doch das Gastgeber-Paar des «White House» in Rheinfelden Philipp und Astrid Thoma hat beste Chancen, die Aargau-Runde zu gewinnen. Das Stammlokal von Claudine Bollier setzt sich klar an die Spitze.

Thomas Wehrli
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Das «White House» überzeugte – und liess die «Mini Beiz, dini Beiz»-Truppe dank Zuckerwatte in die Kindheit versinken.
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Das «White House» überzeugte – und liess die «Mini Beiz, dini Beiz»-Truppe dank Zuckerwatte in die Kindheit versinken.
Das «White House» überzeugte – und liess die «Mini Beiz, dini Beiz»-Truppe dank Zuckerwatte in die Kindheit versinken.
Das «White House» überzeugte – und liess die «Mini Beiz, dini Beiz»-Truppe dank Zuckerwatte in die Kindheit versinken.

Das «White House» überzeugte – und liess die «Mini Beiz, dini Beiz»-Truppe dank Zuckerwatte in die Kindheit versinken.

Wehrli Thomas

Es gibt Restaurants. Und es gibt das «White House» in Rheinfelden. «Es geht verrückt zu und her in diesem Haus», bilanziert Fredy Nater, 56, nach seinem Besuch. Zusammen mit vier anderen Gern-Essern bestreitet er diese Woche die Aargau-Ausgabe von «Mini Beiz, dini Beiz» im Schweizer Fernsehen. Jeden Tag kehrt die Truppe im Stammlokal eines Teilnehmers ein. Abgerechnet wird am Schluss der Woche.

Am Mittwochabend waren die Fernseh-Esser Gast im Stammlokal von Claudine Bollier, 58, Bank-Rezeptionistin. Zweimal im Monat ist Bollier Gast im «White House» – gerade weil es anders ist, exaltiert und, ja, durchaus auch etwas verrückt. «In einem positiven Sinn», sagt Fredy Nater.

Der Name ist dabei doppelt Programm: Zum einen ist im Lokal alles, aber wirklich alles, weiss. Und üppig dekoriert. «Wir leben das Weiss», sagt Philipp Thoma, 58, der das Restaurant seit fünf Jahren zusammen mit seiner Frau Astrid, 51, führt. Sie leben auch die Exaltiertheit.

«Es ist ein Restaurant, in dem sich Frauen wohlfühlen», ist Philipp Thoma überzeugt. Das bestätigt nicht nur Stammgast Claudine Bollier, sondern auch die zweite Frau in der Runde, Dana Mentzel, 33. Sie stammt aus Eiken und lud die Gruppe am Dienstag in die «Sonne» ein. «Wow», entfährt es ihr, wie sie das «White House» betritt. «Irrsinnig.»

Und die Herren? Sie sehen es, wenig verwunderlich, etwas nüchterner. «Von der Linie her durchgezogen», urteilt Franz Von Arx, 68. «Für mich ist es etwas gekünstelt», sagt Albert Kreyenbühl, 75. Der Single aus Beinwil hat sich in den bisherigen Folgen zur Stimmungskanone und zum Charmebolzen entwickelt.

Zweitens ist der Name Programm, weil das Lokal – und auch das Wirtepaar – amerikanisch angehaucht ist. «Die Amerikaner übertreiben auch mit allem», sagt Philipp Thoma, und man denkt spontan an den US-Präsidenten. Thoma arbeitete auch eine Zeit lang als Koch in den USA. Nach seiner Lehrzeit in Rheinfelden ging er zehn Jahre auf Wanderschaft, schwang den Kochlöffel in Rio, New York und Monte Carlo. Vor 31 Jahren kehrte er nach Rheinfelden zurück und wirtet seither im Zähringerstädtchen.

Das Gastgeber-Paar sei «verrückt und sympathisch», findet Dana Mentzel. Und verrückt muss denn auch das Menü sein. Bereits beim Apéro, einem Hugo, kommt die erste Überraschung: Er wird in einem Glas mit Schraubdeckel serviert. «Ich kam mir vor wie mit einer Laterne in der Hand», kalauert Kreyenbühl. «Allerdings war der Geist im Glas, und es brannte nicht.»

Wie schmeckt Gold?

Aus dem Glas liess Philipp Thoma dann den einen anderen Geist, als er der Truppe den Hauptgang schmackhaft machte. Ein Rheinfelder Lummeli, ein Rindsfilet, überbacken mit 24 Karat Gold. «Wow», sagt Dana Menthel und ihre Augen werden gross und grösser. «Ein lässiger Gag», findet Franz Von Arx, derweil Dana Mentzel und Fredy Nater in einen güldenen Dialog treten.

Mentzel: «Hast du schon Gold gegessen?» Nater: «Das habe ich schon. Deshalb sehe ich so vergoldet aus.» Mentzel: «Ich kaue in meiner Freizeit immer nur auf Diamanten herum.»

Doch wie schmeckt Gold eigentlich? «Nach nichts», staunt Claudine Bollier nach einem Biss ins vergoldete Lummeli. «Das Fleisch strahlt noch mehr als ohne Gold», findet Kreyenbühl. Deshalb: «Ab sofort nur noch Gold!»

Am Tisch entsteht derweil eine angeregte Diskussion – über Pommes. Während die einen die Schlankheit der servierten Pommes allumettes begeistert, philosophieren andere über den trügerischen Schein dieser Dinger, darüber, dass sie gesünder aussehen, als sie sind. Kreyenbühl winkt derweil ab. «Härdöpfel isch Härdöpfel.»

Himbeere ist nicht Himbeere, könnte man das Dessert zusammenfassen. Denn die süsse Frucht gab es in vier Variationen: Himbeerzöpfli im Blätterteig, Himbeermousse, Himbeerparfait – und eine Himbeerzuckerwatte.

Die Augen werden denn erneut gross und grösser, als der Nachtisch serviert wird. «Oi, oi, oi», entfährt es der Runde, «lueg do, en Zuckerwatte!» Diese hat es allen angetan. «Es ist wie eine Zeitkapsel», sagt Dana Mentzel. «Du kriegst eine Zuckerwatte in die Hand – und, zack, bist du 20 Jahre zurück in der Kindheit.» Auch Kreyenbühl kam sich vor «wie ein kleines Kind am Markt». Sagts – und zupft mit der Hand ein Büschel Zuckerwatte ab, schiebt ihn genüsslich in den Mund. Die anderen tun es ihm gleich; am Tisch wird gezupft wie wild.

«Ein Mädchentraum wird wahr»

«Das Dessert schmeckte sehr gut – und hatte seeeehr viele Kalorien», bilanziert Fredy Nater. Dana Mentzel seufzt, sagt leise: «Definitiv.»

Definitiv kam das «White House» bei den Testessern sehr gut an. Als «Dinner in Weiss», wertete Fredy Nater das Ambiente und für Dana Mentzel wurde «ein Mädchentraum wahr». Auch das Essen («hochstehend», «mit Liebe und Leidenschaft») und das Preis-Leistungs-Verhältnis («stimmt», «fair») erhielten Top-Bewertungen. Das schlug sich auch in den Punkten nieder. Von Fredy Nater gab es eine 9, ebenso von Albert Kreyenbühl und Franz Von Arx.

Dana Mentzel kritzelte sogar die Höchstnote, eine 10, auf die Tafel – und bestätigte damit die Devise von Fredy Thoma: «Das ‹White House› ist ein Restaurant, in dem sich Frauen wohlfühlen.» Mit insgesamt 37 Punkten setzte sich das «White House» klar an die Spitze der Restaurants. Die Eiker «Sonne» bekam 29 Punkte, das Beinwiler «Rössli» 33.

Noch bleiben zwei Runden. Doch Philipp und Astrid Thoma haben beste Chancen, die Aargau-Runde von «Mini Beiz, dini Beiz» zu gewinnen. Dann wird es definitiv verrückt zu- und hergehen in diesem Haus.