In welcher Fricktaler Gemeinde man wohnt, beeinflusst nicht nur den Betrag, der auf der Steuerrechnung steht. Je nach Wohnort profitieren die Einwohner von unterschiedlichen Angeboten und Vergünstigungen. Welche zum Beispiel? Die AZ hat bei zehn Fricktaler Gemeinden nachgefragt. Das häufigste Angebot ist die vergünstigte SBB-Tageskarte – sie ist bei den meisten befragten Gemeinden im Angebot. Rund die Hälfte der angefragten Gemeinden bietet ihren Einwohnern aber noch mehr.

Geschenke für Zuzüger

Sehr verbreitet sind Willkommensgeschenke für Neuzuzüger. Wer nach Frick zieht, bekommt ein «Fricker Säckli»: Für die neuen Einwohner gibt es Gutscheine, etwa für das Kulturlokal Meck à Frick, sowie Informationsbroschüren, beispielsweise über das Abonnement des Tarifverbundes Nordwestschweiz.

Auch Kaisten beschenkt Neuzuzüger, allerdings mit einer Mappe. Diese enthält unter anderem einen Gutschein für das Thermalbad Zurzach und eine Tafel Schokolade, gesponsert vom Volg in der Gemeinde.

Günstiger ins Hallenbad

In den Fricktaler Gemeinden, die ein Hallen- oder Freibad haben, bezahlen die Einwohner weniger Eintritt. Etwa im Hallenbad «Sissila» in Sisseln. Das Jahresabonnement kostet hier für einheimische Erwachsene 200 statt 300 Franken. Sonstige Vergünstigungen für die Sissler gibt es laut Gemeindeschreiber Heribert Meier keine. Er fügt aber hinzu: «Wir verwöhnen unsere Einwohner dafür mit einem tiefen Steuerfuss von 80 Prozent.»

Auch Fricker kommen in den Genuss von einer Vergünstigung auf den Eintritt in die Badi. Für ein Abonnement für die Sommersaison bezahlen Erwachsene 100 Franken, für Auswärtige kostet das Abonnement 110 Franken.

Fast gratis fischen im Rhein

In Kaisten können Mitglieder der Ortsbürgergemeinde für drei Franken eine Fischereilizenz beziehen. Diese berechtigt während einer Saison zum Fischen im Rhein. Wer zwar in Kaisten wohnt, aber nicht Mitglied der Ortsbürgergemeinde ist, kann sich für 40 Franken eine Gastmarke kaufen und darf damit ebenfalls während einer Saison im Rhein fischen.

Manche Gemeinden haben einzelne Vergünstigungen für Ansässige aber auch wieder aufgehoben: Die Weihnachtsbäume sind seit 2014 auch für Einheimische in Wallbach nicht mehr gratis.

Laut Gemeindeschreiber Thomas Zimmermann werde seit letztem Jahr «ein kleiner Unkostenbeitrag» für die Bäume erhoben.

Ein Angebot, das über die Gemeinde hinaus geht, bietet Eiken. Hier unterhält Landwirt Andreas Ries seit 2010 einen Obstgarten. Die geernteten Früchte – je nach Jahreszeit Beeren, Äpfel oder Zwetschgen – werden in der Eingangshalle des Gemeindehauses deponiert und können abgeholt werden. Die Früchte sind nicht nur für die Bewohner der Gemeinde da: Hier kann sich jeder bedienen, auch, wer nicht in Eiken wohnt.