Mumpf
Von 80 auf 30 km/h: Die Gemeinde nimmt zu Gunsten von Kindern mit Beeinträchtigungen das Tempo raus

Bevor ab August die 100 Schülerinnen und Schüler der Heilpädagogischen Schule (HPS) nach Mumpf kommen, soll die Verkehrssicherheit im Dorf erhöht werden. Dafür hat die Gemeinde jetzt zwei Bauprojekte öffentlich aufliegen.

Hans Christof Wagner
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Der Schulweg der Schüler der HPS entlang der Kapfstrasse in Mumpf soll sicherer werden.

Der Schulweg der Schüler der HPS entlang der Kapfstrasse in Mumpf soll sicherer werden.

Hans Christof Wagner / Aargauer Zeitung

Wenn ab August die rund 100 Schüler der Heilpädagogischen Schule (HPS) aus dem Fricktal in ihr neues Schulhaus in Mumpf gehen, wird ein Grossteil von ihnen mit Fahrdiensten gebracht. Einige kommen aber auch eigenständig mit dem Zug, steigen also am Bahnhof Mumpf aus und gehen von da zu Fuss.

Das wäre für die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen zu gefährlich, sollte es beim verkehrlichen Status quo rund um den Bahnhof bleiben. Daher ist die Einwohnergemeinden Mumpf aktiv geworden und hat jetzt zwei Bauprojekte öffentlich aufliegen. Beide sollen den Schulweg der künftigen Mumpfer Schülerinnen und Schüler sicherer machen.

Bahnhof- und Kapfstrasse noch nicht verkehrsberuhigt

Auf dem Gemeindegebiet Mumpf gilt eigentlich schon weitgehend Tempo 30 – mit Ausnahme von Bahnhof- und Kapfstrasse. Und das sind exakt die Strassen, die vom Bahnhof aus zum Schulhaus der HPS führen. Noch sind das grossteils Bereiche, die als Ausserortsareale gelten, wo also sogar 80 Kilometer pro Stunde erlaubt sind.

Das neue Konzept sieht vor, dass auf dem westlichen Abschnitt der Bahnhofstrasse Tempo 50 gilt, rund um den Bahnhof, im restlichen Verlauf der Bahnhofstrasse und in der Kapfstrasse Tempo 30. Die Kapfstrasse wurde schon als Schulweg benutzt, als das HPS-Gebäude noch das Domizil des Oberstufenzentrums Fischingertal (OSZF) gewesen ist – und das obwohl die Strasse weitgehend über keinen Gehweg verfügt. Mumpfs Gemeindeschreiber Reto Hofer sagt aber:

«Wir haben künftig ein erhöhtes Schutzbedürfnis.»

Er begründet damit auch, dass die Kapfstrasse bis zum Knoten mit der Leimattstrasse ausserdem einen Fussgängerstreifen erhalten soll. Für dessen Bau wird der Grossteil der Projektkosten in Höhe von 100'000 Franken ausgegeben. In Signalisationen und farbliche Markierungen fliesst weiteres Geld. Die Summe von 100'000 Franken haben die Ingenieure des Fricker Büros KSL errechnet, nachdem zuvor eine Inaugenscheinnahme unter Beteiligung der Stiftung Menschen mit Behinderung im Fricktal (MBF) – sie ist Trägerin der Schule – sowie der Beratungsstelle für Unfallverhütung und der Regionalpolizei Unteres Fricktal stattgefunden hatte.

Die Kosten teilen sich Gemeinde, MBF und OSZF

Die Gemeinde ist im vorliegenden Projekt zwar Bauherrin, die Kosten aber muss sie nicht alleine stemmen. Sie übernimmt 50 Prozent. Je ein weiteres Viertel tragen die MBF und das OSZF. Denn dem Oberstufenzentrum gehört die Liegenschaft noch bis zum 30. April. Am 1. Mai geht sie dann in den Besitz der MBF über, welche das Gebäude dem OSZF für 9,3 Millionen Franken abgekauft hat. Die Gemeinde hat sich den 100'000-Franken-Kredit bei der Urnenabstimmung im Dezember schon vom Volk genehmigen lassen. Ziel ist es, dass die Arbeiten bis im Sommer erledigt sind. Denn ab August soll die HPS in Mumpf an den Start gehen.