Laufenburg
Verkauf harzt – «Wasenpanorama» wird beerdigt

Eine Siedlung mit 14 Einfamilienhäusern war in der Wasenhalde geplant – mit unverbaubarem Ausblick auf den Schwarzwald. Doch es fanden sich keine Käufer. Nun ist der Verkauf gestoppt worden.

Thomas Wehrli
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Es bleibt bei einer Visualisierung: Die Siedlung mit 14 Einfamilienhäusern in der Wasenhalde wird nicht gebaut, das 5500 Quadratmeter grosse Grundstück bleibt vorerst im Naturzustand.

Es bleibt bei einer Visualisierung: Die Siedlung mit 14 Einfamilienhäusern in der Wasenhalde wird nicht gebaut, das 5500 Quadratmeter grosse Grundstück bleibt vorerst im Naturzustand.

zvg
Wasenpanorama

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AZ-Archiv

Die Überbauung «Wasenpanorama» in Laufenburg wird nicht realisiert. «Wir haben den Verkauf der Einfamilienhäuser gestoppt», erklärt Jean-Claude Nussbaumer von der Ernst Frey AG in Kaiseraugst. Der Grund: Das Interesse an den 14 Häusern oberhalb von Laufenburg war zu klein.

Noch im Juli gab sich der ehemalige Geschäftsführer des Bauunternehmens optimistisch: Interessenten seien vorhanden und «sobald vier Kaufverträge unterschrieben sind, beginnen wir mit dem Bau», sagte er damals zur az. Dazu kam es nicht, beim Verkaufsstopp diese Woche waren es noch «weniger als drei Interessenten». Zu wenige, um selbst in Etappen zu bauen. «Wenn es beim Verkauf bereits am Anfang derart harzt, macht es keinen Sinn. Denn die Erfahrung zeigt, dass die letzten Häuser oft die am schwersten verkaufbaren sind.»

An der Lage kann es nicht liegen, denn die rund 5500 Quadratmeter grosse Parzelle oberhalb von Laufenburg mit unverbaubarem Ausblick auf den Schwarzwald gehört zum besten Bauland, das Laufenburg derzeit zu bieten hat. Der Laufenburger Architekt Leo Balmer bezeichnete das Baugebiet bei der Präsentation des Projektes von Walker Architekten Brugg – es ging aus einem Studienwettbewerb hervor – vor drei Jahren denn auch als «Filetstück mit wunderbarer Aussicht».

Verdichtetes Bauen schreckte ab

Dass dieses Filetstück nun im Laden liegen bleibt, hat vorab zwei Gründe: erstens der Preis. Die 14 Häuser waren mit 820 000 bis 920 000 Franken veranschlagt, je nach Haustyp. Das empfanden viele Interessenten angesichts der verdichteten Bauweise als zu hoch. «Die Art der Erschliessung und die Umgebungsgestaltung machen die Häuser teuer», rechtfertigt Nussbaumer die Preispolitik. «Unsere Rendite war im Vergleich mit anderen Projekten sogar eher klein.»

Zweitens schreckte mehrere Interessenten gerade die verdichtete Bauweise ab; die Häuser stehen nahe beieinander und die einzelnen Parzellen sind mit 252 bis 373 Quadratmetern doch eher klein. Die verdichtete Bauweise war nicht von den Investoren so gewollt, sondern eine Auflage der Gemeinde im Gestaltungsplan. «Diese Art zu bauen funktioniert an diesem Standort nicht», zieht Nussbaumer Bilanz.

Erste Ideen vorhanden

Wie es mit dem Grundstück nun weitergeht, ist noch offen. Ein Weiterverkauf samt Projekt stand laut Nussbaumer nie zur Diskussion. «Wir werden nun als Erstes genau analysieren, was an dieser Lage auf dem Markt eine Chance haben könnte.» Erste Ideen seien vorhanden, «aber noch ist nichts spruchreif». Ein Diskussionspunkt wird auch die Auflage der Gemeinde sein, hier verdichtet bauen zu müssen.

Ob die Stadt an dieser Bedingung festhält, kann Stadtammann Herbert Weiss derzeit noch nicht sagen. «Wir wurden gestern über den Verkaufsstopp orientiert. Wir werden nun eine Lagebeurteilung vornehmen und dann das weitere Vorgehen festlegen.» Man sei aber sicher «diskussionsbereit».

Vierjähriges Kapitel Baugeschichte

Klar ist: Es geht zurück auf Feld eins; die im Sommer 2013 erteilte Baubewilligung wird ungenutzt verstreichen. Damit schliesst sich ein fast vierjähriges Kapitel Stadtgeschichte. Was 2011 als Studienwettbewerb begann, brachte ein Konsortium aus drei Laufenburger Immobilienfirmen 2012 als «Altstadtblick» auf den Markt.

Ein Jahr und etliche Verkaufsbemühungen später, im November 2013, verkaufte das Konsortium das Projekt an die Ernst Frey AG. Diese holte sich mit der Remax Rüetschi und Rebmann AG aus Frick einen regional gut verankerten Immobilienverkäufer an Bord und taufte das Projekt in «Wasenpanorama» um. Doch auch Remax gelang es nicht, genügend Häuser an den Mann oder die Frau zu bringen. Somit bleibt der Blick vom Wasen auf die Altstadt bis auf weiteres ein freies Panorama.

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