Sisseln

«Verkauf der Elektra ist die beste Variante»

Schweizer Banknoten. - Foto: Walter Christen

7,1 Millionen Franken würde die AEW Energie AG für die Elektra springen lassen.

Schweizer Banknoten. - Foto: Walter Christen

Über die «strategisch wichtigen Traktanden» informierte der Gemeinderat den Souverän schon vor der Wintergemeindeversammlung vom 24. November.

In einer Orientierungsversammlung im Werkhof konnten sich die Stimmbürger am Freitagabend über den geplanten Verkauf der Elektra, über die Pläne für die Zukunft der Wasserversorgung und über die bauliche Erweiterung des Jugendtreffs informieren. Und sich schon jetzt überlegen, wie sie am 24. November abstimmen werden.

Gemeindeammann Rainer Schaub erläuterte die Vorteile des geplanten Elektra-Verkaufs: 7,1 Millionen Franken würde die AEW Energie AG dafür springen lassen – weit mehr als das Netz und die Anlagen eigentlich wert sind. «Da ist ein Goodwill von 2 bis 2,5 Millionen Franken drin», sagte Schaub. Dabei habe es die Gemeinde nicht in erster Linie aufs Geld abgesehen. Sie habe es nicht nötig, das «Tafelsilber» zu verkaufen, sei bei einem Steuerfuss von 80 Prozent schuldenfrei und könne das Tagesgeschäft auch so finanzieren. Schaub versprach auch, dass der Verkaufserlös nicht «irgendwo versickert», sondern in einen Fonds fliesse, um daraus strategische Landkäufe zu finanzieren oder andere Zukunftsprojekte zu ermöglichen.

Hintergrund der Pläne: Die bisher im Frondienst der Gemeinde stehende Energiekommission demissioniert komplett. Die Gemeinde zog eine externe Betriebsführung in Betracht, kam aber wieder davon ab. Schaub zufolge ist der Verkauf in einem immer stärker regulierten und unter Druck stehenden Strommarkt die beste Variante. An die AEW allemal, die Schaub als regionalen, zu 100 Prozent dem Kanton gehörenden Energieversorger präsentierte. Tatsächlich versorgt AEW schon viele Nachbargemeinden von Sisseln und übernimmt für die Elektra zusätzlich den Pikettdienst. Aber die «extrem tiefen Sissler Tarife» werden steigen – pro Jahr zwischen 80 und 100 Franken, rechnete Schaub vor.

Standort für Brunnen gesucht

Die Gemeinde will die Wasserversorgung auf neue Beine stellen und braucht 140 000 Franken, um einen möglichen Standort für einen gemeinsamen Brunnen mit Stein, Münchwilen und Laufenburg zu finden. Gemeinderat Marcel Würsten sagte in der Versammlung am Freitagabend, dass der Kanton die Konzession für das Grundwasserpumpwerk Stichmatt aufgrund der überbauten Schutzzonen nur noch bis 2022 verlängert habe. Bis dahin müsse eine Alternative her: «Wir müssen da weg, es geht nicht mehr anders.» Geologin Ute Mann berichtete über die schon erfolgten Bohrungen und Pumpversuche. Die beiden möglichen Standorte für einen neuen Brunnen seien ergiebig genug, doch das Grundwasser dort sei hart und stark sulfathaltig. Möglicherweise kommt der Expertin nach auch nur eine interkommunale Lösung zwischen Sisseln, Stein und Münchwilen in Betracht. Und Laufenburg bliebe separat.

Neue Infrastruktur für Jugendtreff

Laut Gemeinderat Wüsten kommt das Angebot der Sissler Jugendarbeit gut an. Doch der nur 36 Quadratmeter grosse Container, in dem sich die Jugendlichen treffen, sei dafür ungeeignet. Jetzt plant der Gemeinderat den Kauf eines Occasions-Modulbaus mit 100 Quadratmetern Nutzfläche und hofft, dass der Souverän den dafür nötigen Kosten in Höhe von 90 000 Franken am 24. November zustimmt.

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