Fricktal
Vereinigung für Heimatkunde präsentiert Tavernenbrief im «Adler»

Die Fricktal-Badische Vereinigung für Heimatkunde präsentierte am Donnerstag ihre neue Jahresschrift. Zudem wurde Linus Hüsser, langjähriger Präsident, als neuer Redaktor vorgestellt.

Peter Schütz, Südkurier
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Werner Fasolin mit dem Tavernenbrief von 1653. psc

Werner Fasolin mit dem Tavernenbrief von 1653. psc

Die Fricktalisch-Badische Vereinigung für Heimatkunde hat eine neue Jahresschrift. Sie enthält Beiträge unter anderem über die Steuerreform und Gemeindebannpläne des Fricktals im 18. Jahrhundert, über Heinrich von Louffenberg und die Einungen in der Kameralherrschaft «Grafschaft Hauenstein» im Breisgau.

Die Autoren Werner Rothweiler, Conradin von Planta, Rudolf Steiner, Heinrich Löffler, Joachim Rumpf, Werner Fasolin und Bruno Meyer haben die Beiträge verfasst. Die Jahresschrift 2012 kann im Internet (unter www.fbvh.org) bestellt werden.

Linus Hüsser neuer Redaktor

Die Redaktion der Jahresschrift führten letztmals nach 18 Jahren Werner Fasolin und Adelheid Enderle. Beide werden dem Verein aber weiterhin erhalten bleiben. Fasolins und Enderles Nachfolger steht schon fest.

Der Fricktaler Historiker Linus Hüsser wird künftig die Jahresschrift der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde redaktionell betreuen. Hüsser hatte der Vereinigung bis 2009 vier Jahre lang als Präsident vorgestanden.

Die Vorstellung der neuen Jahresschrift erfolgte am Donnerstag im Heimatmuseum Hotzenwald in Görwihl (Deutschland). Der Ort hätte nicht besser gewählt sein können. Denn unter demselben Dach befindet sich das Gasthaus Adler – dasselbe Gasthaus, von dem ein sogenannter Tavernenbrief aus dem Jahr 1653 existiert.

Auf unbekannten Wegen

Bis vor kurzem befand er sich wohlverwahrt in Privatbesitz im Baselbiet. Wie er dorthin gelangt war, konnten weder Fasolin noch Adelheid Enderle erklären. Der frühere Besitzer hatte sie der Fricktalisch-Badischen Vereinigung mit dem Hinweis, dort sei sie besser aufgehoben, übergeben.

Die Pergamenturkunde hält das Tavernenrecht für Hans Huber von Görwihl fest. Sie ist geöffnet 65 Zentimeter lang. Werner Fasolin präsentierte sie den Gästen, jedoch nicht mit der Absicht, sie wieder mitzunehmen.

Er überreichte sie dem Bürgermeister von Görwihl, Carsten Quednow, und Harald Scheuble, dem Vorsitzenden des Fördervereins Heimatmuseum Hotzenwald. Somit ist die Schrift dorthin zurückgekehrt, wo sie einst erstellt worden war. Sie soll einen Platz im Museum finden.

Einblick ins Alltagsleben

Werner Fasolin nutzte die Gelegenheit, das Tavernenrecht in Zusammenhang mit einigen Texten aus den Beständen der Vereinigung zu setzen und dadurch Einblicke in das Alltagsleben in den Dorftavernen zu bieten.

Und so kommen das Wirtshaus zum Adler in Oeschgen und die Dorfwirtschaft in Wegenstetten zur Sprache. Klar, dass der Inhalt des Görwihler Tavernenbriefs in voller Länge – Vorder- und Rückseite – in der Jahresschrift enthalten ist.

Ebenfalls Bestandteil des Heftes ist der Jahresbericht des Fricktaler Museums in Rheinfelden mit einer Auflistung sämtlicher Schenkungen für den Museumsbestand.