Wölflinswil-Oberhof

Verein würdigt lokale Bauernfamilien und deren Arbeit mit einer Ausstellung

Die Fotoausstellung zur Natur- und Kulturwoche unter dem Motto Landwirtschaft eröffnet mit einer gut besuchten Vernissage. Fast alle Bauernfamilien aus Wölflinswil und Oberhof haben sich an diesem Projekt beteiligt.

Mit der diesjährigen Ausstellung möchte der Verein Dorf plus die Leistung der Landwirte aus Wölflinswil und Oberhof würdigen. Die Ausstellung mit Porträts der Bauernfamilien kann noch für eine Woche besucht werden.

Ein Jugendlicher mit zwei grossen Hunden sitzt auf einem Strohballen, daneben Eier gestapelt in Kartons, dahinter sechs Frauen und Männer aus drei Generationen. Das Foto zeigt die Bauernfamilie der Geflügelfarm Fricker aus Oberhof. Darüber hängt ein Bild des Hofs aus der Vogelperspektive, eingebettet am Ortsrand in grüne Wiesen. Mit der Fotoausstellung zur Natur- und Kulturwoche 2019 (Na-Ku) unter dem Motto Landwirtschaft werden die Leistungen der Landwirte in der Herstellung von Lebensmitteln und der Landschaftspflege gewürdigt, führte Hans Böller aus, der mit Erich Treier die Bauernfamilien in Wölflinswil und Oberhof fotografiert hatte. Die Luftaufnahmen der Höfe hatte Alfons Merki mit der Drohne gemacht.

Böller freute sich, dass sich fast alle Landwirte beteiligt hatten und in der Ausstellung 18 Fotos von 19 Familien in Oberhof und 19 Aufnahmen von 21 Familien aus Wölflinswil gezeigt werden konnten. Mit Verweis auf ein ebenso ausgestelltes, historisches Dokument, führte Böller aus, dass 1963 noch 60 Höfe mit Viehhaltung notiert waren. «In 20 Jahren gibt es hier keine 40 Bauern mehr», befürchtete er, dass die Anzahl der Höfe abnehmen werde. Treier berichtete von interessanten Begegnungen bei den Fototerminen, für die sich die Bauernfamilien immer in ihrer Eigenart in Szene setzten. Nach der Ausstellung wird der Verein die grossformatigen Familienporträts den Bauernfamilien schenken. Die Ergebnisse und Informationen der Na-Ku wird der zwölfköpfige Verein wieder als Buch zusammentragen.

Scherenschnitte einer Bäuerin

Filigran aus schwarzem Papier gearbeitete Schmetterlinge werden von Blüten und Blättern mit feinen Spitzen umrankt. Daneben eine Vase mit einem Strauss unterschiedlicher Blumen. Ein blattloser Baum vor dem Vollmond. Die Fotoausstellung wird ergänzt durch Scherenschnitte der pensionierten Bäuerin Elisabeth Fankhauser, die bei der Eröffnung auch musikalisch in einer ad hoc Schwyzerörgeligruppe mitwirkte, die sich spontan zur Fotoausstellung zusammengeschlossen hatte. In einem anderen Raum erlauben historische Exponate wie Handsense, Dreschflegel oder Joch einen Blick in die Vergangenheit. Mehrere Schwarzweiss-Aufnahmen zeigen das frühere Dorfleben. Ein Viehgespann im Oberdorf von Wölflinswil in den 1930ern-Jahren oder ein Bauer beim Dengeln 1963.

«Das ist eine sehr schöne Wertschätzung», sagte Janine Murbach, die zu einer der fotografierten Wölflinswiler Familien gehört. Sie meinte, es sei wichtig, den Leuten den Beruf des Landwirts wieder näherzubringen. Die Besucher drängten sich bei der Fotoausstellung in allen Räumen, nur langsam trudelten die ersten Gäste zum Apéro im Festzelt vor dem Alten Gemeindehaus ein. Das «Bistro 1855» war durch liebevolle Dekoration und historisches Gerät im zur Na-Ku 2019 passenden bäuerlichen Ambiente geschmückt. Gerne griffen die Besucher bei Brot, Speck, Erdbeeren und Apfelsaft aus den beiden Orten zu.

Die Fotoausstellung im Alten Gemeindehaus kann bis Freitag, 7. Juni, täglich von 16 bis 19 besucht werden. Am Samstag, 8. Juni, findet von 14 bis 16 Uhr eine Finissage statt. Weitere Informationen unter www.na-ku.ch/na-ku2019/

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1