Laufenburg
Verein kämpft für den Erhalt der beiden römischen Töpferöfen

Der Verein «Pro römische Geschichte Laufenburg» kämpft für den Erhalt von zwei römischen Töpferöfen, die im Herbst 2013 entdeckt und als nicht erhaltenswert eingestuft wurden. Er startet eine Spendenaktion.

Marc Fischer
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Mirko Purgato auf der Fundstelle, bevor die Öfen winterfest verpackt wurden.

Mirko Purgato auf der Fundstelle, bevor die Öfen winterfest verpackt wurden.

Marc Fischer

Im Zuge der Bauarbeiten für die Grossüberbauung Rhypark in Laufenburg hat die Kantonsarchäologie im vergangenen Herbst zwei gut erhaltene römische Töpferöfen entdeckt. Der kleinere der beiden Öfen ist rund, der grössere hat einen seltenen, rechteckigen Grundriss. Ursprünglich sollten die Funde katalogisiert und anschliessend abgebaut werden.

In der Zwischenzeit hat sich jedoch in Laufenburg ein Verein gegründet, der den Erhalt der Öfen anstrebt und für seine Petition bereits 200 Mitunterzeichner gefunden hat. Präsident Mirko Purgato erklärt: «Für Laufenburg sind die Funde einzigartig. Sie sollten für Laufenburg, die gesamte Region und die Touristen erhalten bleiben.»

Nicht einzigartig

Die Probleme dabei: Da aus Sicht der Kantonsarchäologie der Faktor der Einzigartigkeit nicht gegeben ist, können keine Gelder für den Erhalt der Öfen gesprochen und am Fundort können die Öfen nicht erhalten werden, da sie sich genau im Treppenhaus eines geplanten Mehrfamilienhauses befinden. Bereits im Herbst sagte jedoch auch Kantonsarchäologe Georg Matter: «Für Laufenburg ist der Fund dennoch wichtig und er kam an dieser Stelle unerwartet.»

Nun startet der neu gegründete Verein «Pro römische Geschichte Laufenburg» eine Spendenaktion. Eben wurden 3000 Flyer fertiggestellt. Diese werden nun in Laufenburg und Kaisten in die Haushaltungen verteilt und in Geschäften und Restaurants aufgelegt. Daneben wirbt der Verein auch auf der Website www.vrgl.ch für den Erhalt der Öfen. Und er betont, dass der Verein nicht nur interessierte Privatpersonen ansprechen möchte: «Firmen könnten uns auch mit Know-how oder Arbeitsleistungen unterstützen.»

Drei Szenarien

Drei Szenarien für die Rettung der Römeröfen, die laut Purgato alle in Zusammenarbeit mit der Kantonsarchäologie und anderen Spezialisten geplant und ausgeführt werden könnten, hat sich der Verein zurechtgelegt. Derzeit sei eine Projektgruppe aus Vereinsmitgliedern und Spezialisten, unter anderem dem Inhaber der Vindonissa-Professur an der Universität Basel, Professor Peter-Andrew Schwarz, aber noch daran, ein konkretes Projekt auszuarbeiten.

Mit einer sogenannten Projektvariante «high» könnten die Öfen durch eine Blockbergung abtransportiert, restauriert, konserviert und in einem Pavillon ausgestellt werden. Die Kosten für diese Maximalvariante können noch nicht konkret beziffert werden, dürften sich laut Mirko Purgato jedoch auf eine sechsstellige Summe belaufen.

Höhe der Spende ausschlaggebend

Günstiger sind die Varianten «medium» und «light». Bei der mittleren Variante würde von beiden Öfen ein 3-D-Scan erstellt, aber nur der kleinere «en bloc» geborgen und in einem Pavillon ausgestellt. Vom grösseren könnten mittels 3-D-Drucker Modelle hergestellt werden. Die günstigste Idee sieht 3-D-Scans und -Modelle von beiden Öfen vor, die dann im örtlichen Museum ausgestellt werden könnten. «Das Projekt wird nach der Höhe der Spenden festgelegt», so Purgato, der allerdings betont: «Natürlich streben wir die erste Variante an, denn nur ein Original ist auch wertvoll.»

Der Verein Pro römische Geschichte Laufenburg, der mittlerweile rund 15 Mitglieder zählt, ist aber nicht nur auf finanzielle Unterstützung angewiesen.
Er ist auch unter Zeitdruck. «Bis Ende März müsste ein Projekt vorliegen, damit die Kantonsarchäologie weiterarbeiten kann», ist sich Purgato bewusst. Derzeit sind die Ausgrabungen noch fachgerecht winterfest verpackt.