Ob Rückenwind oder Gegenwind: Die Fronten sind auf dem Gebiet Burg der Gemeinden Oberhof und Kienberg schon seit längerem klar.

Auf der einen Seite steht die Windpark Burg AG. Sie möchte auf den Hügeln der Burgmatte fünf Windenergieanlagen errichten.

Auf der anderen Seite steht der Verein «Pro Burg» mit seinen rund 300 Mitgliedern, der sich konsequent gegen diese Anlage wehrt – und nun an seiner Generalversammlung im Kampf gegen die Windenergieanlage einen Gang höher geschaltet hat. In einer Resolution verlangt der Verein einen sofortigen Planungsstopp und Bauverzicht.

Wasserkraft nicht konkurrenzieren

Warum erfolgt diese Resolution gerade jetzt, zu einem Zeitpunkt, in dem die erste Vorprüfung zur Überarbeitung bei der Windpark Burg AG liegt? Werner Habermacher, Präsident des Vereins «Pro Burg», nennt die aktuelle Situation auf dem Strommarkt als einen der Gründe: «Der Markt für Wasserkraft bricht weg, aufgrund der europaweiten Tiefstrompreise kommt die bewährte Wasserkraft immer mehr in Bedrängnis. Diese Situation dürfen wir nicht noch weiter verschärfen und einen Windpark bauen.»

Zumal dies – so ein weiterer Grund – «eine Verschandelung der schönen, intakten Landschaft» wäre. In der Resolution, die rund 80 anwesende Mitglieder an der Generalversammlung verabschiedet haben, wird auch die AEW Energie AG kritisiert.

Eine Beteiligung der AEW an einem Windpark erscheine absurd, da aus Sicht des Vereins mit einem «fragwürdigen Windkraftprojekt» das viel wichtigere AEW-Engagement im «Schwerpunktbereich Wasserkraft» konkurrenziert wird.

Louis Lutz, Leiter erneuerbare Energie bei der AEW und Verwaltungsrat der Windpark Burg AG, bestätigt zwar das schwierige Marktumfeld für die Wasserkraft, widerspricht aber dem Vorwurf, mit der Beteiligung an der Windpark Burg AG die eigenen Wasserkraft-Engagements zu konkurrenzieren.

«Wir möchten bei der Stromproduktion eine Vielfalt und sehen die Windkraft wie auch die Photovoltaik und die anderen neue erneuerbaren Energien als Ergänzung und keineswegs als Konkurrenz zur Wasserkraft», so Lutz.

Die Windpark Burg AG mit den Aktionären vento ludens Suisse GmbH, Services Industriels de Genève, AEW Energie AG und Gemeinde Kienberg sei derzeit daran, die Vorprüfung zu überarbeiten, führt Lutz weiter aus, «es wird noch eine Mitwirkungsphase geben, wo Anliegen aufgenommen und wo möglich berücksichtigt werden.» Kein Thema sei es aber, aufgrund der Resolution des Vereins das Projekt Windpark Burg zu stoppen.

Und so bleiben die Fronten wohl verhärtet. Werner Habermacher macht nämlich unmissverständlich die Position des Vereins klar: «Die Mitglieder haben an der Generalversammlung noch einen zweiten Beschluss gefasst. Wir werden entschlossen weiterkämpfen und wenn nötig den Weg durch alle Instanzen bis vor Bundesgericht gehen», so Habermacher. Und weiter: «Die geplante Anlage schadet Mensch und Natur, Flora und Fauna. Wir sind nicht bereit, solche Opfer zu bringen.»