«Entwicklungskonzept 2040+»
Verdichtetes Wachsen: Was Planer mit Laufenburg vorhaben

Planer präsentierten einen ersten Entwurf zum «Entwicklungskonzept 2040+».

Dieter Deiss
Merken
Drucken
Teilen
Die eigentliche Altstadt in Laufenburg soll auf den Kern reduziert werden.

Die eigentliche Altstadt in Laufenburg soll auf den Kern reduziert werden.

Alex Spichale

Die Stadt Laufenburg plant die Zukunft. «Eigentlich wollten wir die Bau- und Nutzungsordnungen (BNO) von Laufenburg und Sulz zusammenführen,» erklärte Stadtammann Herbert Weiss an der Informationsveranstaltung zum «Entwicklungskonzept 2040+». Der Rat habe dann aber festgestellt, dass dazu wichtige Grundlagen fehlen.
Andi Maier, Präsident der Laufenburger Planungskommission, erläuterte den rund 100 Anwesenden die Gründe für eine Gesamtrevision des Planungswerks. Nebst dem Zusammenschluss von Laufenburg und Sulz ist dies insbesondere das Alter der aktuellen Nutzungsplanung, die den vorgesehenen Zeithorizont von 15 Jahren erreicht habe. Zudem verlange die Gesetzgebung von Bund und Kanton zahlreiche Anpassungen.

Verdichtetes Bauen

Einen ersten Entwurf zum Entwicklungsleitbild präsentierte Oliver Tschudin von der Firma Planar. Eingangs erklärte er den rechtlichen Rahmen. «Grundsätzlich ist die Gemeinde zuständig. Diese kann jedoch nicht frei entscheiden, denn es gibt viele übergeordnete Regelungen.» Nebst Bund und Kanton macht auch das Regionale Entwicklungskonzept des Planungsverbandes Fricktal Regio gewisse Vorgaben. Im Raumkonzept Aargau ist Laufenburg als «Ländliches Zentrum» aufgeführt und gilt als wirtschaftlicher Entwicklungsschwerpunkt von regionaler Bedeutung.

Mit einem Wachstum von 5,3 Prozent ist die Bevölkerungsentwicklung von Laufenburg im Vergleich zum ganzen Kanton (18,3 Prozent) und zum Fricktal (22,1) unterdurchschnittlich, zeigte Tschudin auf und machte gleichzeitig auch deutlich, dass eine Erweiterung des Siedlungsgebiets, also die Einzonung von Bauland, nicht mehr möglich sei. Trotzdem rechnet das Entwicklungskonzept bis 2040 mit einem Bevölkerungswachstum von 950 Personen. «Dies ist nur möglich mit einer Verdichtung des Bestandes,» betonte der Planer. Während es heute durchschnittlich 39 Einwohner pro Hektare gibt, soll die Verdichtung diesen Wert bis 2040 auf 55 erhöhen.

Neue Teilzonen

Nach diesen grundsätzlichen Einführungen zeigte Oliver Tschudin auf, welche Auswirkungen das «Entwicklungskonzept 2040+» auf die einzelnen Teile von Laufenburg haben könnte. So soll beispielsweise anstelle der verschiedenen Teilzonen die eigentliche Altstadt auf den Kern reduziert werden. Um die Altstadt herum wird ein «Vorbereich Altstadt» geschaffen, wo die Dimensionierung und Gestaltung der Gebäude auf die Altstadt Rücksicht nimmt.
Offene Parkflächen sollten, wenn möglich, durch Parkhäuser ersetzt werden, um so eine höhere Verdichtung zu erreichen. Das Gebiet zwischen Kantonsstrasse und Bahnlinie sowie der angrenzende Bereich bei der Hinteren Bahnhofstrasse werden als Zentrumsgebiet mit einer Bauhöhe von mindestens vier Vollgeschossen ausgeschieden.

Weiter gibt es Zonen mit hoher, mittlerer und niedriger Dichte. Diese Differenzierung der Wohndichte ist auch für die Ortsteile Sulz und Rheinsulz auf ähnlicher Basis geplant. Hier kommt dann zusätzlich noch die Ausscheidung der verschiedenen Dorfkernzonen dazu.
Anhand von Beispielen zeigte Tschudin mögliche Umsetzungen des Entwicklungskonzepts auf. Die Bevölkerung hat nun bis Ende November die Möglichkeit, zum ersten Entwurf des Entwicklungskonzepts Stellung zu nehmen. Der Abschluss der Arbeiten mit der Genehmigung der Nutzungsplanung sollte gegen Ende 2018 möglich sein, schloss der Planer seine Ausführungen.