Fricktal

Velo-Händler Giovanni Manna zuversichtlich: «Kommen hoffentlich mit einem blauen Auge davon»

Giovanni Manna sorgt sich kaum um die Velobranche.

Giovanni Manna sorgt sich kaum um die Velobranche.

Hobbymärkte dürfen bald Velos verkaufen, Velogeschäfte hingegen noch nicht. Trotzdem bleiben Fachhändler wie Giovanni Manna zuversichtlich.

Eigentlich könnten sie die Faust im Sack machen, ausrufen, ihr Leid klagen. Sie hätten allen Grund dazu. Schliesslich dürfen ab Montag die Bau- und Hobbymärkte in der Schweiz wieder öffnen – und das trifft die Velofachhändler. Denn viele der Hobbymärkte verkaufen auch Velos, während sie ihre Läden voraussichtlich noch bis am 11.Mai geschlossen halten müssen. Der Verband Schweizer Fahrradlieferanten «Velosuisse» hat sich bereits in einem offenen Brief an den Bundesrat gewandt und auf den Missstand aufmerksam gemacht.

Wer aber mit den Fachhändlern in der Region spricht, hört statt Klagen viel öfter das Wort Dankbarkeit. So etwa von Andreas Ganter, Geschäftsführer vom «Bike-Store» in Rheinfelden und Giovanni Manna, Inhaber von Radsport Manna in Möhlin. «Wir können dankbar sein, dürfen wir arbeiten», sagen sie unisono. Mitte März hatte der Bundesrat nämlich entschieden, dass Werkstätten unter Einhaltung bestimmter Hygienevorschriften geöffnet haben dürfen.

Reparaturen und Service können die Fachhändler so vornehmen. Immerhin die Werkstätten sind also ausgelastet. Und: Teilweise bestellen Kunden auch telefonisch oder über die Onlineportale der Fachhändler Artikel. «Wir haben so einige Pakete mit Ausrüstung verschickt, etwa Kleidung, Helme oder Zubehör», sagt Manna. Vereinzelt konnten so auch Velos verkauft werden.

Auch wenn die Reparaturen und Bestellungen nur einen Bruchteil des normalen Umsatzes bringen, helfe das in der aktuellen Situation. «Andere hat es viel schlimmer getroffen», sagt Manna. Er denkt dabei einerseits an die Gastronomie- oder die Tourismusbranche, blickt aber auch über die Landesgrenzen hinweg. Manna hat in Italien Verwandte und Freunde. «Sie haben seit mehreren Wochen eine Ausgangssperre und dürfen oft gar nicht arbeiten. Da gibt es Existenzängste.»

Ferien in der Schweiz als Chance für Velohändler

Klar: Ideal sei auch die hiesige Situation nicht, sagen die Fachhändler. Sie sind aber zuversichtlich, dass sie in den kommenden Wochen und Monaten noch einiges aufholen können, was an Verkauf in den vergangenen Wochen ausgefallen ist. «Wir hoffen, dass einige ihre Anschaffungen aufgeschoben haben und zu uns kommen, wenn wir wieder öffnen dürfen», sagt Ganter. Die zwei Wochen Vorsprung, welche die Hobbymärkte nun bekommen, seien da nicht entscheidend, ist sich Manna sicher.

Und noch etwas könnte den Velohändlern in die Karten spielen. Die Sommerferien nämlich – davon gehen viele Experten aus – werden die Menschen dieses Jahr wohl vornehmlich in der Schweiz verbringen. Velotouren könnten da durchaus hoch im Kurs stehen. «Das könnte die Nachfragen beim Service und auch den Verkauf ankurbeln», sagt Manna und fügt an: «Ich mache mir um die Velobranche nicht die grössten Sorgen. Wir kommen hoffentlich mit einem blauen Auge davon.»

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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