Laufenburg

Vater war Hela-Mitgründer, nun stellt Raumausstatter Felix Klingele zum letzten Mal aus

Nur einen Fotoaugenblick lang legt Felix Klingele die Hände in den Schoss. Gleich wird er wieder die Leute an seinem Raumgestaltungsstand beraten. SH

Nur einen Fotoaugenblick lang legt Felix Klingele die Hände in den Schoss. Gleich wird er wieder die Leute an seinem Raumgestaltungsstand beraten. SH

Die 67. Herbstmesse Laufenburg ist eröffnet. Für Felix Klingele die letzte, an der er als Aussteller teilnimmt. Sein Raumausstatter-Geschäft ist seit den Anfängen der Hela dabei, sein Vater war Mitbegründer. Nun wird auch der Junior pensioniert.

Laufenburg hat mit dem Startschuss für die Herbstmesse Laufenburg (Hela) am späten Freitagnachmittag für drei Tage seinem ansonsten sehr beschaulichen Stadtdasein Tschüss gesagt.

Das Zusammenspiel von Gewerbeschau, Chilbi, Jahrmarkt und Beizenangebot lässt die Zweiländerstadt für einmal laut, bunt und dicht bevölkert werden. «Wenn die Hela da ist, macht es Lust und Freude, nach Laufenburg zu kommen», sprach Stadtammann Herbert Weiss beim Begrüssungsapéro das aus, was viele auch so empfinden.

Die Herbstmesse ist tatsächlich jedes Jahr ein Publikumsmagnet, ein Treffpunkt auch für viele Heimweh-Laufenburger. Aber auch die Laufenburger selber geniessen die stimmigen Tage sehr. Ganz viele von ihnen stehen zudem im Einsatz. Einer davon ist Felix Klingele. 

Als die Herbstmesse Laufenburg vor fast sieben Jahrzehnten ins Leben gerufen wurde, war sie eine reine Gewerbeschau. Chilbi und Jahrmarkt sowie die anderen Attraktionen gesellten sich erst im Laufe der Zeit dazu. «Heute ist die Hela eine gute Kombination von allem», sagt Raumausstatter Felix Klingele. Er wird an der Gewerbeausstellung, die in und um die Stadthalle stattfindet, den Besuchern an seinem Stand den Ideenreichtum rund um die Raumgestaltung präsentieren. Zum letzten Mal.

Vater war Hela-Gründungsmitglied

Klingele Raumausstatter war schon bei der ersten Herbstmesse dabei. «Damals noch mit meinem Vater, er gehörte auch zu den Gründungsmitgliedern der Messe», so Klingele. Dass er nun zum letzten Mal mit seinem Stand am gewohnten Platz in der Stadthalle teilnimmt, hat nichts damit zu tun, dass er Zweifel am Sinn der Gewerbeausstellung hegt. «Ohne das Gewerbe würde die Hela sterben», ist er überzeugt. «Ich werde im November 65 Jahre alt. Das Geschäft werde ich weiterführen, aber nach und nach gewisse Sachen zurückfahren.» Eine davon ist nun die letzte Teilnahme als Hela-Aussteller. «Als Besucher werde ich selbstverständlich auch weiterhin dabei sein.»

1909 hat Theodor Klingele den Betrieb ins Leben gerufen. Er übergab ihn 1945 seinem Sohn Max, dieser dann 1981 seinem Sohn Felix. Er ist mit der Messe gross geworden. «Das war manchmal auch ein ganz schöner Stress. Ich musste doch beim Auf- und Abbau mithelfen.»

Aufgebaut wurden in den Hela-Anfangsjahren auf der Burgmatt. Später verschob sich die Gewerbeschau in die alte Stadthalle. An deren Stelle steht heute ein Neubau, der 2013 eingeweiht wurde. «In der neuen Halle ist es viel angenehmer. Es zieht nicht mehr und auch die Kundschaft hält sich hier gerne auf», sagt Felix Klingele. Apropos Kundschaft. «Ich konnte jedes Jahr neue Kunden gewinnen», macht er deutlich, wie wichtig für ihn die Teilnahme an der Messe immer war. Der Laufenburger findet es schade, dass es nicht mehr so viele Handwerker an der Hela-Gewerbeschau hat wie früher. «Es hat sich mehr zum Dienstleistungsbereich hin gewandelt.»

Wenn am Sonntagabend die Hela ihre Tore geschlossen hat und er seinen Stand abgeräumt hat, wird für sein Geschäft auch ein Stück Hela-Geschichte zu Ende gehen.

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